Schmuck: Gravur

Gravuren sind Einschneidungen von verschiedenen Designs, wie Ornamente, Schriften und Verzierungen in unterschiedliche Metalle (Kupfer, Messing, Silber, Stahl etc.) oder Glas, Stein und anderen feste Werkstoffe. Das Ergebnis kann ein dekorierter Gegenstand sein (wie bei graviertem Silber, Gold, Stahl oder Glas) oder eine Tiefdruckplatte aus Kupfer oder einem anderen Metall (zum Drucken von Bildern oder Abbildungen auf Papier). Diese Bilder werden auch Gravuren genannt. Der Beruf zu einer Ausbildung heißt Graveur.

Geschichte

Gravieren war eine historisch wichtige Methode zur Herstellung von Bildern auf Papier, sowohl in der künstlerischen Druckgrafik als auch für kommerzielle Reproduktionen und Illustrationen von Büchern und Zeitschriften. Das Gravieren wurde jedoch im Bereich der Druckgrafik durch verschiedene fotografische Prozesse in seinen kommerziellen Anwendungen ersetzt, da das Erlernen der Technik als eher schwierig gilt.

Herkömmliches Gravieren mit einem Stichel oder mit dem Einsatz von Maschinen wird weiterhin von Goldschmieden, Glasgraveuren, Waffenschmieden und anderen praktiziert. Heute finden sich viele moderne industrielle Techniken, wie die Fotogravur und Lasergravur. Das Edelstein-Gravieren war eine wichtige Technik in der Antike und kam in der Renaissance wieder auf. Der Begriff umfasst traditionelle Relief- sowie Tiefdruck-Schnitzereien und ist im Wesentlichen eher ein Zweig des Skulpturierens statt des Gravierens, da Bohrer die üblichen Werkzeuge waren.

Der erste Nachweis für Gravurmuster von Menschen sind schraffierte Streifen auf Straußeierschalen, die als Wasserbehälter in Südafrika in der Diepkloof Felshöhle gefunden wurden. Sie werden auf die mittlere Steinzeit vor 60.000 Jahren datiert.[2] Die Gravur auf Knochen und Elfenbein ist eine wichtige Kunsttechnik der Altsteinzeit und größere gravierte Petroglyphen auf Felsen werden aus vielen prähistorischen Epochen und Kulturen auf der ganzen Welt gefunden.

In der Antike wurde die einzige Gravur auf Metall durchgeführt, die Gravur auf flachen Nuten bei Schmuck, die aus der Zeit nach dem Beginn des 1. Jahrtausend v. Chr. gefunden wurde. Die Mehrheit der sogenannten gravierten Designs auf alten Goldringen oder anderen Gegenständen wurden durch Ziselieren oder manchmal eine Kombination aus dem Wachsausschmelzverfahren und Ziselieren hergestellt. Gravierte Edelsteine sind alle geschnitzten oder gravierten Halbedelsteine; dies war eine wichtige kleine Kunstform in der antiken Welt und blieb bis zum 19. Jahrhundert beliebt.

Die Verwendung von Glasgravur (in der Regel mit einem Rad, um dekorative Szenen oder Figuren in Glasgefäßen zu schneiden als Nachahmung der Stein-Schnitzereien) erschien bereits im ersten Jahrhundert n. Chr.,[3] ging im vierten Jahrhundert n. Chr. in städtischen Zentren wie Köln und Rom weiter,[4] und schien irgendwann im fünften Jahrhundert aufgehört zu haben. Die Dekoration basierte zuerst auf der griechischen Mythologie, bevor Jagd- und Zirkusszenen populär wurden, sowie gezeichnete Bilder aus dem Alten und Neuen Testament.[4] Es scheint, dass es verwendet wurde, um das Erscheinungsbild von Edelmetallwaren im gleichen Zeitraum zu imitieren, einschließlich der Anwendung von Blattgold und es konnte frei von Hand oder mit Drehmaschinen geschliffen werden. Es konnten sogar zwanzig separate stilistischen Workshops identifiziert werden, und es ist wahrscheinlich, dass der Gravur- und Gefäßproduzent separate Handwerker waren.[3]

Im europäischen Mittelalter verwendeten Goldschmiede die Gravur, um Metallarbeiten zu verzieren und zu beschriften. Man glaubt, dass sie ihre Entwürfe druckten, um sich daran zu erinnern. Daraus enstand die Gravur in Kupfer-Druckplatten, um künstlerische Bilder auf Papier zu erstellen, die als alte Meisterdrucke in Deutschland in den 1430er Jahren bekannt wurden. Italien folgte bald darauf. Viele frühe Graveure waren vorher auch Goldschmiede. Die erste und größte Zeit der Gravur war von etwa 1470 bis 1530, mit Meistern wie Martin Schongauer, Albrecht Dürer und Lucas van Leiden.

Danach nahm die Gravur ab und Kupferstich kam auf, welches eine viel einfacher zu erlernende Technik für den Künstler war. Aber viele Drucke kombinierten beide Techniken: obwohl Rembrandts Drucke im Allgemeinen als Kupferstiche bezeichnet werden, waren einige  Stichel- oder Kaltnadel-Arbeiten dabei. Im neunzehnten Jahrhundert war die meiste Gravurarbeit für kommerzielle Illustration.

Vor dem Aufkommen der Fotografie wurde die Gravur verwendet, um andere Formen der Kunst zu reproduzieren, zum Beispiel Gemälde. Gravuren waren bei Zeitungen und vielen Bücher bis ins frühe 20. Jahrhundert üblich, da sie im Druck billiger als fotografische Bilder waren. Die Gravur wurde auch immer als eine Methode des ursprünglichen künstlerischen Ausdrucks verwendet.

Viele klassische Briefmarken wurden graviert, obwohl diese Praxis sich heute meist auf bestimmte Länder beschränkt, oder nur verwendet wird, wenn ein „elegantes“ Design gewünscht und eine begrenzte Farbpalette akzeptabel ist.

 

Eine Renaissance der Handgravur

Während der Mitte der 1900er Jahre fand eine Renaissance der Handgravur statt. Mit den Erfindungen von pneumatischen Handgravur-Systemen, die Hand-Graveure unterstützte, wurde die Kunst und Techniken der Handgravur zugänglicher. In den vergangenen Jahren war die Handgravur eine äußerst geheimnisvolle Technik, wo Meister sorgfältig und nur selten Lehrlinge wählten, an die sie ihr Handwerk weitergaben. Auch in den 1970er Jahren teilten viele Graveure nur ungern ihre Handwerksgeheimnisse und bewahrten ihre Methoden streng für sich.

 

Begriffe

Andere Begriffe, die häufig für gedruckte Stiche verwendet werden, sind Kupferstich oder Linienstich. Stahlstich ist die gleiche Technik, doch auf Stahl oder Stahl-überzogenen Platten, und wurde vor allem für Banknoten, Buch-Illustrationen, Zeitschriften, Reproduktionsgraphik, Briefköpfe und Ahnliches  verwendet. Seit ca. 1790 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Technik immer weniger beliebt, außer für Banknoten und andere Formen des Sicherheitsdrucks. Gerade in der Vergangenheit wurde der Begriff „Gravur“ oft sehr weitläufig für mehrere Drucktechniken verwendet, so dass viele sogenannte Gravuren in der Tat ganz unterschiedliche Techniken waren, wie z.B. Ätzen oder Schabkunst.

„Handgravur“ ist ein Ausdruck, der manchmal zum Gravieren anderer Objekte als Druckplatten verwendet wird und zwar zum Beschriften oder Verzieren von Schmuck, Waffen, Trophäen, Messer und anderen feinen Metallwaren. Herkömmliche Gravuren in der Druckgrafik sind auch „Handgraviert“, unter Verwendung der gleichen Techniken, um die Zeilen in der Platte herzustellen.

 

Prozess

Jeder Stichel ist anders und hat seinen eigenen Verwendungszweck. Graveure verwenden ein gehärtetes Stahlwerkzeug, welches Stichel oder Gravierstichel genannt wird, um den Entwurf in die Oberfläche zu schneiden, die meist eine Kupferplatte ist.[1] Allerdings verwenden moderne Handgravur-Künstler Stichel oder Gravierstichel, um eine Vielzahl von Metallen zu schneiden, wie zB. Silber, Nickel, Stahl, Messing, Gold, Titan und viele mehr.

Die Anwendungen reichen von Waffen bis hin zu Schmuck, Motorrädern und Fundstücken. Moderne professionelle Graveure können eine Auflösung von bis zu 40 Linien pro mm in hochwertiger Arbeit schaffen. Gussformen für die Serienfertigung von Formteilen werden manchmal handgraviert, um eine besondere Note oder bestimmte Informationen hinzuzufügen, wie zB. Teilenummern.

Neben der Handgravur gibt es Gravurmaschinen, die weniger menschliches Geschick erfordern und nicht direkt von Hand gesteuert werden. Diese werden meist für Beschriftungen verwendet und durch ein pantographisches System. Es gibt Versionen für die Innenseite von Ringen und auch für Außenseiten größerer Stücke. Solche Maschinen werden häufig für Inschriften auf Ringen, Medaillons und Präsentationsstücken verwendet.

 

Werkzeuge und Stichel oder Gravierstichel

Stichel gibt es in einer Vielzahl von Formen und Größen, um unterschiedliche Linientypen zu erzeugen. Der Gravierstichel erzeugt eine einzigartige und erkennbare Qualität der Linie, die durch ihr gleichmässiges, betontes Aussehen und saubere Kanten gekennzeichnet ist. Der Boltstichel hat eine leicht gebogene Spitze, die häufig in der Druckgrafik verwendet wird. Florentine Liners sind Werkzeuge mit flachem Boden mit mehreren eingeschnittenen Linien und werden zum Füllen von Arbeiten auf größeren Flächen verwendet oder um einheitlichen Schattenlinien zu erstellen, die schnell auszuführen sind.

Ring-Stichel gibt es in besonderen Formen und werden von Schmuckgraveuren verwendet, um Inschriften in Ringe zu gravieren. Flach-Stichel werden für Füllarbeiten bei Buchstaben, sowie bei sich „wringenden“ Schnitten vor allem bei der Musikinstrumenten-Gravurarbeit verwendet oder um einen Hintergrund zu entfernen bzw. helle Schnitte herzustellen. Messer-Stichel werden für Linienstiche und sehr tiefe Einschnitte verwendet. Rund-Stichel sind Flach-Stichel mit einem Radius und werden häufig auf Silber verwendet, um helle Schnitte (auch als Hell-Schnitt Gravur bekannt), sowie andere schwer zu schneidende Metalle, wie Nickel und Stahl, zu gravieren. Quadratische oder V-Punkt-Stichel sind in der Regel quadratisch oder wie längliche Diamanten geformt und werden zum Schneiden von geraden Linien verwendet. V-Punkt-Stichel können zwischen 60 bis 130 Grad sein, je nach Zweck und Effekt. Diese Stichel haben sehr kleine Schnittpunkte. Andere Werkzeuge, wie Schabkunst-Rocker, Roulets und Poliersteine, werden für die Texturierungs-Effekte verwendet. Poliersteine können auch für bestimmte Steinfassungs-Techniken verwendet werden.

Die Musikinstrument-Gravur auf Blechblasinstrumenten hatte in den 1920er Jahren ihre Blühte und nutzt eine spezielle Technik, bei der ein Flach-Stichel über die Oberfläche des Instruments „ging“ und Zick-Zack-Linien und Muster kreierte. Das Verfahren des „gehenden“ Stichels kann auch als „wringende“ oder „wackelnde“ Schnitte bezeichnet werden. Diese Technik ist aufgrund des dünnen Metalls der Musikinstrumente notwendig, ganz im Gegensatz zu Schusswaffen oder Schmuck. Wackelnde Schnitte werden in der Regel auf silbernen Westernschmuck und anderen Western-Schmuckarbeiten gefunden.

 

Werkzeug-Geometrie

Die Werkzeug-Geometrie ist bei der Handgravur extrem wichtig für die Genauigkeit. Wenn der Stichel für die meisten Anwendungen geschärft wird, hat er ein „Gesicht“ ganz oben auf dem Stichel und eine „Ferse“ am unteren Ende des Stichels; nicht alle Werkzeuge oder Anwendungen benötigen eine „Ferse“. Diese beiden Flächen treffen aufeinander und formen einen Punkt, der das Metall schneidet. Die Geometrie und die Länge der Ferse hilft, um den Stichel genau führen zu können, da sie die Oberfläche des Metalls schneidet. Wenn die Spitze des Werkzeugs bricht oder splittert, wenn auch nur auf mikroskopischer Ebene, kann der Stichel schwer zu kontrollieren sein und zu unerwarteten Ergebnissen führen. Moderne Erfindungen haben neue Arten von Hartmetall erzeugt, die vor dem Brechen oder Splittern resistent ist, wie zB. der GRS C-Max Stichel. Dieser verfügt über eine sehr scharfe Spitze die nicht so oft nachgeschärft werden muss, wie herkömmliche Werkzeuge aus Metall.

 

Werkzeug-Schärfen

Das Schärfen eines Stichels oder Gravierstichels erfordert entweder einen Schleifstein oder eine Schleifscheibe. Hartmetall- und Stahl-Stichel benötigen Diamantgrad-Schleifscheiben; diese Stichel können mit einer Keramik- oder Gusseisen-Scheibe auf Hochglanz poliert werden, was sehr wichtig bei hellen Schnitten ist. Mehrere reversible Schärfgeräte mit geringer Drehzahl werden speziell für Handgraveure zur Verfügung gestellt, die die Schärfzeit reduzieren. Vorrichtungen, die das Werkzeug in bestimmten Winkeln und Geometrien sichern, sind ebenfalls verfügbar, damit haargenaue Punkte erreicht werden. Heutzutage gibt es nur sehr wenige Meistergraveure, die sich ausschliesslich auf ihr „Gefühl“ und Muskel-Erinnerung verlassen, um Werkzeuge zu schärfen. Diese Meistergraveure arbeiteten oft viele Jahre als Lehrling und erlernten die Techniken meist Jahrzehnte bevor moderne Maschinen den Handgraveuren zur Verfügung standen. Diese Graveure wurden der Regel in Ländern wie Italien und Belgien ausgebildet, wo das Handgravieren eine große und lange Tradition der Meister ist.

 

Design

Das Design oder Kunstwerk wird in der Regel im Voraus vorbereitet, obwohl einige professionelle und sehr erfahrene Handgraveure in der Lage sind, minimale Konturen entweder auf Papier oder direkt auf der Metalloberfläche kurz vor der Gravur zu zeichnen. Die zu gravierende Arbeit wird leicht auf der Oberfläche mit einer scharfen Spitze beschrieben, mit einem Laser markiert, mit einem feinen Filzstift (mit Aceton entfernbar) oder Bleistift gemalt oder mit Hilfe verschiedener Chemikalien in Verbindung mit Tintenstrahl- oder Laser-Ausdrucken übertragen oder getüpftelt. Neue Methoden der Übertragung sowie auch die Gravurtechniken werden häufig in Online-Foren, wie The Engraver´s Cafe oder Ganoksin Foren, geteilt. Gravurkünstler können sich entweder auf ihre handzeichnerischen Fähigkeiten, urheberrechtsfreie Entwürfe und Bilder, Computer-generierte Kunstwerke oder häufige Design-Elemente verlassen, wenn sie das Kunstwerk-Design erstellen.

 

Handstücke

Ursprünglich variierten Handstücke nur wenig im Design, da es der häufigste Prozess war, mit dem Griff fest in der Mitte der Handfläche platziert zu schieben. Mit modernen pneumatischen Gravursystemen wurden Handstücke entworfen und in einer Vielzahl von Formen und Leistungsbereichen erstellt. Handstücke werden durch verschiedene Methoden und Materialien hergestellt. Knöpfe können aus Holz handgefertigt  oder aus Kunststoff oder aus Messing, Stahl oder anderen Metallen maschinell hergestellt werden.

 

Das Schneiden der Oberfläche

Die eigentliche Gravur wird ursprünglich durch eine Kombination von Druck und Handhaben des Werkstückes hergestellt. Das traditionelle „Hand Schiebe“-Verfahren wird heute noch praktiziert, aber die moderne Technik kreierte verschiedene mechanisch-unterstützte Graviersysteme. Die meisten pneumatischen Graviersysteme benötigen eine Luftquelle, die die Luft über einen Schlauch in ein Handstück bringt, welches dem ursprünglichen Gravurgriff oft ähnelt, die einen Mechanismus antreibt (in der Regel einen Kolben). Die Luft wird entweder durch einen Fußschalter (wie ein Gaspedal oder Nähmaschine) oder neuerer Handflächen/Handsteuerung betätigt. Dieser Mechanismus ersetzt entweder den „Hand Schiebe“-Aufwand oder die Wirkung eines Hammers. Die internen Mechanismen bewegen sich mit einer Geschwindigkeiten von bis zu 15.000 Schlägen pro Minute, wodurch der Aufwand der traditionellen Handgravur größtenteils ersetzt wird. Diese Arten von pneumatischen Systemen werden nur für Kraftunterstützung verwendet und führen oder kontrollieren den Gravurkünstler nicht. Einer der wichtigsten Vorteile der Verwendung eines pneumatischen Systems für die Handgravur ist die Abnahme der Arbeitsanstrengung und Arbeitszeit.

Beispiele für moderne pneumatische Handgravur-Systeme sind die GraverMach AT von GRS-Tools oder die AirGraver von Steve Lindsay. Handgravur-Künstler arbeiten heute mit einer Kombination von Hand-Schiebe, pneumatische, Dreh- oder Hammer und Stichel-Methoden. Das Hand-Schieben wird immer noch häufig von modernen Künstlern verwendet, die Handgravur im „Federstich“-Stil erzeugen, welche eine sehr detaillierte und zarte, feine Arbeit ist; die große Mehrheit, wenn nicht sogar alle, der traditionellen heutigen Druckhersteller verlassen sich ausschließlich auf das Hand-Schiebe-Verfahren. Pneumatische Systeme reduzieren den Aufwand der Entfernung von großen Mengen an Metall erheblich, wie es bei der tiefen Reliefgravur oder helle Western Schnitt-Techniken erforderlich ist.

 

Veredelung

Eine Veredelung ist oft notwendig, wenn das bearbeitete Metall rosten könnte oder wo eine farbige Oberfläche gewünscht wird, wie z.B. bei einer Schusswaffe. Es gibt eine Vielzahl von Lack- und Spray-Veredelungstechniken zur Abdichtung und zum Schutz der Arbeit vor den Elementen und der Zeit. Eine Veredelung kann auch ein leichtes Sandschleifen der Oberfläche sein, um kleine Metallsplitter zu entfernen, die sehr scharf und unansehnlich sind. Einige Graveure bevorzugen einen hohen Kontrast zur Arbeit oder Design, unter Verwendung von  schwarzen Farben oder Tinten, um entfernte (und niedrigere) Bereiche im Metall zu verdunkeln. Die überschüssige Farbe oder Tinte wird weggewischt und vor dem Lackieren oder Versiegeln trocknen gelassen, was möglicherweise oder möglicherweise nicht vom Künstler gewünscht wird.

 

Computerunterstützte Graviermaschinen

Graviermaschinen, wie die K500 (Verpackung) oder die K6 (Veröffentlichung) von Hell Gravure Systems, schneiden die Zellen mit einem Diamant-Stift. Jede Zelle erzeugt einen Druckpunkt später im Prozess. Eine K6 kann 18 Gravierköpfe haben, von denen jede 8.000 Zellen pro Sekunde mit einer Genauigkeit von 0,1 µm und weniger schneidet. Sie sind voll computergesteuert und der gesamten Prozess der Zylinder-Herstellung ist voll automatisiert.

Heutzutage ist es normal für den Einzelhandel (meist Schmuck-, Silberwaren- oder Auszeichnungs-Geschäfte), eine kleine computergesteuerte Graviermaschine vor Ort zu haben. Dies ermöglicht ihnen die Produkte, die sie verkaufen, einzugravieren. Einzelhandel-Graviermaschinen sind darauf ausgerichtet sehr benutzerfreundlich zu sein und die Fähigkeit zu haben, eine breite Palette von Produkten, einschließlich flachen Metallplatten, Schmuck in verschiedenen Formen und Größen, sowie zylindrische Gegenstände wie Becher und Steinkrüge zu bearbeiten. Sie werden in der Regel mit einem Computer mit Grafik-Designsoftware bearbeitet, der es dem Benutzer vereinfacht einen Text oder ein Bild zu erstellen und die Software leitet das Design als digitale Signale an die Gravurmaschine weiter und steuert sie. Im Gegensatz zu industriellen Graviermaschinen sind Einzelhandelsmaschinen kleiner und haben nur einen Diamantkopf. Dieser ist austauschbar und so kann der Benutzer unterschiedlich geformte Diamanten für verschiedene Oberflächeneffekte nutzen. Sie können in der Regel eine Vielzahl von Metalle und Kunststoffe bearbeiten. Glas- und Kristallgravur sind ebenfalls möglich, aber die Sprödigkeit des Materials erfordert mehr Zeit für den Prozess.

Einzelhandels-Graviermaschinen wenden hauptsächlich zwei verschiedene Prozesse an. Der erste und häufigste „Diamond Drag“-Prozess drückt den Diamantschneider durch die Oberfläche des Materials und zieht dann, um Kratzer zu erzeugen. Die Richtung und Tiefe werden durch den Computer gesteuert. Der zweite ist der „Spindel Cutter“-Prozess. Dieser ähnelt dem Diamant Drag-Prozess, aber der Gravurkopf hat eine flache V-Form mit einem kleinen Diamanten und der Basis. Die Maschine verwendet eine einfache Elektronik um den Kopf schnell zu drehen, während er sich in das Material schiebt, dann zieht er es zusammen, während er sich weiterhin dreht. Dies schafft eine viel dickere Gravur als Diamant Drag. Dies wird hauptsächlich für Messingplatten und Haustieranhänger verwendet.

Bei den aktuellen Maschinen ist es simpel, einen einfachen, einzelnen Artikel in weniger als zehn Minuten zu vervollständigen. Die Gravur mit Diamanten ist seit den 1960er Jahren der Stand der Technik. Heute sind Lasergraviermaschinen in Entwicklung, aber das mechanische Schneiden bewährt sich immer noch in wirtschaftlicher Hinsicht und Qualität. Mehr als 4.000 Graveure stellen ca. 8 Millionen Druckzylinder weltweit pro Jahr her.

 

Moderne Handgravur

Aufgrund des hohen mikroskopisch-feinem Detail, welches von einem Graveurmeister erreicht werden kann, ist die Fälschung von gravierten Designs nahezu unmöglich und moderne Banknoten werden fast immer graviert, so wie die Platten für das Drucken von Geld, Schecks, Anleihen und anderen sicherheitsrelevanten Papieren. Die Gravur ist so fein, dass ein normaler Drucker das Detail von Handgravierten Bildern nicht nachbilden kann und sie können auch nicht gescannt werden. In dem US-amerikanischen Amt der Gravur und Druck arbeiten mehr als ein Handgraveur an der gleichen Platte, so dass es fast unmöglich für eine einzelne Person ist, die ganze Gravur auf einer bestimmten Banknote oder einem Dokument nachzubilden.

Die moderne Disziplin der Handgravur, wie es im metallverarbeitenden Zusammenhang genannt wird, überlebt weitgehend in einigen spezialisierten Bereichen. Der Höhepunkt der Kunst kann an Schusswaffen und andere Metallwaffen, Schmuck und Musikinstrumenten gefunden werden. In den meisten heutigen kommerziellen Märkten wurde die Handgravur durch Fräsen mit CNC-Gravur- oder Fräsmaschinen ersetzt. Dennoch gibt es bestimmte Anwendungen, bei denen die Verwendung von Handgravur-Werkzeugen nicht ersetzt werden kann.

 

Heutige Anwendungen

Beispiele für zeitgenössische Verwendungen der Gravur sind:

– Die Text-Gravur auf der Innenseite von Verlobungs- und Trauringen, wie z.B. den Namen des Partners.

– Darstellung eines Firmenlogos und/oder Produktionslandes auf Gegenständen, wie Essgeschirr, Gabeln, Messer und Löffel.

 

Personalisierung

Die Gravur spielt eine wichtige Rolle im Bereich der Personalisierung. So werden beispielsweise Schmuckstücke oder Gläser mit einer persönlichen Inschrift oder einem Motiv graviert – entweder für sich selbst oder als Geschenk. Es können ganze Gesichts- oder Körperkonturen auf beispielsweise Glas graviert werden.

Besonders wichtig ist die Gravur bei Eheringen bzw. Trauringen: so gut wie jedes Hochzeitspaar lässt sich eine persönliche Inschrift (mit Namen des Partner, Datum der Hochzeit etc.) in die Eheringe gravieren. Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten der Personalisierung von Eheringen oder anderen Schmuckstücken.

 

Quellen

[1] Abraham Bosse“. Bibliothèque nationale de France. 1645. Retrieved 15 July 2008.
[2] Texier PJ, Porraz G, Parkington J, Rigaud JP, Poggenpoel C, Miller C, Tribolo C, Cartwright C, Coudenneau A, Klein R, Steele T, Verna C. (2010). „A Howiesons Poort tradition of engraving ostrich eggshell containers dated to 60,000 years ago at Diepkloof Rock Shelter, South Africa“.
[3] Caron, B., A Roman Figure-Engraved Glass Bowl. Metropolitan Museum Journal, 1993. 28: p. 47-55.
[4] Fleming, S.J., Roman Glass; reflections on cultural change. 1999, Philadelphia: University of Pennsylvania Museum of Archaeology and Anthropology.

 

 

 

Author: Lukas Steiner on 23. Juni 2013
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