Schmuck: Silber [?]

Neben Gold, ist Silber das am häufigsten verwendete Metall für die Herstellung von Schmuckstücken. Auf Grund seiner Eigenschaften eignet sich Silber nicht für alle, jedoch für viele Schmuckstücke.

 

Geschichte

Silber wird schon seit langem als ein Edelmetall angesehen, als eine Investition verwendet und für die Herstellung von Schmuck, hochwertigem Geschirr, Silberware und Währungsmünzen herzustellen. Heute wird das Metall Silber auch als elektrische Kontakte und Leiter und in der Katalyse von chemischen Reaktionen eingesetzt. Seine Zusammensetzung wird für fotografische Filme verwendet, und verdünnte Silbernitrat-Lösungen und anderen Silberverbindungen werden als Desinfektionsmittel und Mikrobizide (oligodynamischer Effekt) eingesetzt. Während viele medizinische antimikrobiellen Anwendungen von Silber durch Antibiotika verdrängt worden sind, wird sein klinisches Potenzial noch weiter erforscht.

 

Edelmetall Silber

Silber ist ein metallisches, chemisches Element mit dem chemischen Symbol Ag (griechisch: άργυρος árguros, lateinisch: argentum, sowohl von der indoeuropäischen Herkunft *arg- für „grau“ oder „glänzen“) und der Ordnungszahl 47. Es ist ein weiches, weißes, glänzendes Übergangsmetall, dass die höchste elektrische Leitfähigkeit aller Elemente und die höchste thermische Leitfähigkeit aller Metalle aufweist. Das Metall kommt in der Natur in ihrer reinen, freien Form (natives Silber), als Legierung mit Gold und anderen Metallen, und in Mineralien wie Argentit und Chlorargyrit vor. Das meiste Silber wird als Nebenprodukt bei der Kupfer, Gold, Blei und Zink-Reinigung hergestellt.

 

Eigenschaften

Silber

Silber ist ein sehr dehnbares, formbares (etwas härter als Gold), einwertiges Münzmetall, dass einen strahlend-weißen Metallglanz hat, der hochpoliert werden kann. Es hat die höchste elektrische Leitfähigkeit aller Metalle, sogar höher als Kupfer, doch seine höheren Kosten haben seine Verwendung für die Elektronik anstelle von Kupfer verhindert. Eine Ausnahme dabei ist in der Hochfrequenztechnik, insbesondere bei VHF und höheren Frequenzen, wo eine Versilberung von Teilen für eine bessere elektrische Leitfähigkeit, einschließlich bei Drähten, weithin eingesetzt wird. Während des Zweiten Weltkriegs in den USA wurden 13.540 Tonnen für Elektromagneten zur Anreicherung von Uran verwendet, vor allem wegen der Kupfer-Knappheit während der Kriegszeit.[1][2][3]

Unter den Metallen besitzt reines Silber die höchste Wärmeleitfähigkeit (der nichtmetallische Kohlenstoff in Form von Diamant und suprafluidem Helium II sind höher) und eines der höchsten optischen Reflexionsvermögen.[4] (Aluminium übertrifft Silber geringfügig in Teilen des sichtbaren Spektrums, und Silber ist ein schlechter ultravioletter Reflektor). Silber ist der beste Wärme- und Stromleiter jeglichen Metalls im Periodensystem. Silber hat auch den niedrigsten Kontaktwiderstand. Silberhalogenide sind lichtempfindlich und bemerkenswert in seiner Fähigkeit zur Erzeugung eines latenten Bildes, das später chemisch entwickelt werden kann. Silber ist in reiner Luft und Wasser stabil, läuft aber an, wenn es Luft oder Wasser ausgesetzt wird, das Ozon oder Schwefelwasserstoff enthält. Das letztere bildet eine schwarze Silbersulfid-Schicht, die mit verdünnter Salzsäure gereinigt werden kann. Der häufigste Oxidationszustand von Silber ist +1 (zum Beispiel Silbernitrat); die weniger häufige +2 verbindet sich (beispielsweise Silber (II) Fluorid).

 

Schmuck und Silberwaren

Schmuck und Silberwaren werden üblicherweise aus Sterling Silber (Standard Silber) hergestellt, welche eine Legierung aus 92,5% Silber mit 7,5% Kupfer ist. In den USA kann nur eine Legierung, die mindestens 90,0% Feinsilber enthält, als „Silber“ (häufig mit 900 gestempelt) vermarktet werden. Sterling Silber (gestempelt mit 925) ist härter als reines Silber, und hat einen niedrigeren Schmelzpunkt (893°C) als reines Silber oder reines Kupfer.[5] Britannia-Silber ist eine Alternative, Markenzeichen-Qualitätsstandard mit 95,8% Silber, und wird oft verwendet, um Silbergeschirr und schmiedeeiserne Teller zu machen. Mit dem Zusatz von Germanium wird die patentierte, modifizierte Legierung Argentium Sterling Silber gebildet, mit bessereren Eigenschaften, einschließlich der Widerstandsfähigkeit gegen Zunderbildung.

Sterling Silber Schmuck wird häufig mit einer dünnen Schicht von 0,999 Feinsilber überzogen, um dem Objekt eine glänzende Oberfläche zu verleihen. Dieser Vorgang wird als „Flashing“ bezeichnet. Silberschmuck kann auch mit Rhodium (für ein helles, glänzendes Aussehen) oder Gold (auf vergoldetes Silber zu produzieren) beschichtet werden.

Silber ist ein Bestandteil fast aller farbigen Karat Gold-Legierungen und Karat Gold-Lote, damit die Legierungen eine blassere Farbe und stärkere Härte erhalten. Weisses 9 Karat Gold enthält 62,5% Silber und 37,5% Gold, während 22 Karat Gold bis zu 91,7% Gold und 8,4% Silber oder Kupfer oder eine Mischung von beiden enthält.[6]

Silberschmiedekunst

Historisch gesehen, schloss die Ausbildung und Zunftorganisation der Goldschmiede auch Silberschmiede mitein und die beiden Handwerke haben nach wie vor miteinander zu tun. Silberschmiede gestalten das Metall nicht während es glühend-heiß ist, wie der Schmied, sondern bearbeitet es bei Raumtemperatur mit sanften und sorgfältig platzierten Hammerschlägen. Das Prinzip der Silberschmiedekunst ist ein flaches Stück Metall zu nehmen und es in ein nützliches Objekt zu verwandeln, unter Verwendung verschiedener Hämmer, Einsätze und andere einfache Werkzeuge.[7]

Während Silberschmiede sich auf Silber spezialisieren und vor allem Silber bearbeiten, arbeiten sie auch mit anderen Metallen, wie Gold, Kupfer, Stahl und Messing. Sie stellen Schmuck, Silberwaren, Rüstungen, Vasen und andere künstlerische Gegenstände her. Da Silber so ein weiches Metall ist, haben Silberschmiede eine Vielzahl von Möglichkeiten es zu bearbeiten und sie können ihre bevorzugte Methode wählen. Historisch gesehen, wurden Silberschmiede meist als Goldschmiede bezeichnet, denn in der Regel waren sie die gleiche Zunft. In der westlkanadischen Silberschmied-Tradition existieren Zünfte nicht; doch die Betreuung durch Kollegen ist eine Methode des beruflichen Lernens innerhalb einer Gemeinschaft von Handwerkern. [8]

Traditionell stellten Silberschmiede meist „Silberwaren“ (Besteck, Geschirr, Schalen, Kerzenständer und so weiter) her. Erst in jüngster Zeit wurde die Silberschmiedekunst vor allem zur Schmuckherstellung verwendet, da heutzutage viel weniger Tafelsilber handgefertigt wird.

 

Personaliesierung von Silberschmuck

Schmuckstücke aus Silber lassen sich in bestimmtem Maße personalisieren. So kann man beispielsweise den eigenen Ehering mit einer Gravur versehen und den Schmuckanhänger mit Edelsteinen besetzen lassen. Eine ganz andere Form der Personalisierung ist es, den Schmuck einschmelzen zu lassen und mit einem anderen Metall wieder zu verbinden und daraus ein neues Schmuckstück zu schaffen. Hier kann man dann auch sein eigenes Design oder sogar seine eigenen Materialien mit einfließen lassen.

 

Quellen

[1] Nichols, Kenneth D. (1987). The Road to Trinity. Morrow, New York: Morrow. p. 42. ISBN 0-688-06910-X
[2] „Eastman at Oak Ridge – Dr. Howard Young“. Retrieved 2009-06-06.
[3] Oman, H. (1992). „Not invented here? Check your history“. Aerospace and Electronic Systems Magazine 7 (1): 51–53. doi:10.1109/62.127132
[4] Edwards, H.W.; Petersen, R.P.; Petersen (1936). „Reflectivity of evaporated silver films“. Phys. Rev. 9 (9): 871. Bibcode:1936PhRv…50..871E. doi:10.1103/PhysRev.50.871
[5] Hammond, C. R. (2000). The Elements, in Handbook of Chemistry and Physics 81st edition. CRC press. ISBN 0-8493-0481-4
[6] „Gold Jewellery Alloys > Utilise Gold. Scientific, industrial and medical applications, products ,suppliers from the World Gold Council“. Utilisegold.com. 2000-01-20. Retrieved 2009-04-05.
[7] „Chambers Search Chambers“. Retrieved 2009-06-06 [8] McRae, Kelly. „Trade Secrets“. Western Horseman Magazine

 

 

Author: Lukas Steiner on 23. Juni 2013
Category: