Schmuck: Metal Clay

Metal Clay bedeutet übersetzt Metallton und ist ein Handwerksstoff, bei dem man sehr kleine Metallpartikel, wie Silber, Gold, Bronze oder Kupfer mit einem organischen Bindemittel und Wasser mischt, um Schmuck, Perlen und kleine Skulpturen zu kreieren.

 

Geschichte

Anhänger gemacht aus Metal Clay

Metal Clay – oder Metallton – kam erstmals in Japan im Jahre 1990[1] auf, damit Schmuckhandwerker edlen Schmuck herstellen konnten, ohne das notwendige jahrelange Studium der Schmiedekunst absolviert zu haben.[2]

Der ursprünglich im 1990er Japan entstandene Metallton wird wie jeder weiche Ton geformt, von Hand oder mit Werkzeugen. Nach dem Trocknen kann der Ton in einer Vielzahl von Möglichkeiten gebrannt werden, wie z.B. in einem Brennofen, mit einem Hand-Gasbrenner oder auf einem Gasherd, abhängig von der Art des Tons und des enthaltenen Metalls. Das Bindemittel verbrennt, so dass das reine Sintermetall übrig bleibt. Dabei erfolgt eine Schrumpfung zwischen 8% und 30% (abhängig von dem verwendeten Produkt). Legierungen, wie Bronze, Silber und Edelstahl, sind ebenfalls verfügbar.

 

Silber-Metal Clay

Feinsilber-Metallton ergibt Objekte mit 99,9% reinem Silber, die für das Emaillieren geeignet sind. Obwohl der Gold-Metallton teurer ist, bietet er eine kräftigere Farbe. Der Metallton wird in versiegelten Paketen verkauft, um ihn feucht und verarbeitbar zu halten. Die Silberversionen sind auch als weiche Paste in einer Fertigspritze erhältlich, die verwendet werden, um extrudierte Formen zu produzieren, aus denen die meiste Feuchtigkeit entfernt wurde. Gängige Marken von Silber-Metallton sind Precious Metal Clay (PMC) und Art Clay Silver (ACS).

 

Precious Metal Clay (PMC, Edelmetall-Ton)

PMC wurde in den frühen 1990er Jahren in Japan vom Metallurgen Masaki Morikawa entwickelt.[3] Ein festes Phase-gesintertes Produkt aus einem Edelmetall-Pulver wird verwendet, um einen Edelmetall-Artikel zu formen.[1] Das Material besteht aus mikroskopisch kleinen Partikeln aus reinem Silber oder feinem Goldpulver und einem wasserlöslichen, nicht-toxischen, organischen Bindemittel, das während des Brennens verbrennt. Den ersten Erfolg erreichte man mit Gold und später dupliziert mit Silber.

 

Stufen der PCM-Herstellung:

– Die ursprüngliche Formel von PMC, die heute „Standard“ genannt wird: gebrannt bei 900° C (1650° F) für 2 Stunden, schrumpft um 30% während des Brennens.

– PMC +: gebrannt bei 900° C (1650° F) für 10 Minuten oder bei 800° C (1.470° F) für 30 Minuten; schrumpft um 15% aufgrund einer Verringerung der Teilchengröße. PMC + gibt es auch in Form von Platten, die wie Papier verarbeitet werden können, z.B. für Origami.

– PMC3: gebrannt bei 599° C (1.110° F) für 45 Minuten oder bei 699° C (1.290° F) für 10 Minuten; schrumpft um 10%. Es kann auch mit einem Butan-Brenner, durch das Erhitzen bis zu einer orangen Hitze, für mindestens 2 Minuten, gebrannt werden. Es hat eine längere Lebensdauer als die älteren Formeln. Es ist auch in der Pastenform erhältlich, welche auf die Oberfläche eines Objekts gemalt werden kann, um eine Form zu ergeben.

– Aura 22: Ein 22 k vergoldetes Material, eine Goldpaste, mit der man auf die Oberfläche von Silber PMC-Stücken oder fertige Gegenstände aus Silber lackieren kann.[4]

– PMC Pro: ein härteres Produkt, das nur 0.900 Silber ist, kann daher nicht als Sterling Silber punziert werden. Es erfordert auch eine Brennofenbrennung in einer Wanne mit Aktivkohle für 1 Stunde bei 760° C (1.400° F).

– PMC Sterling: wird bei 815° C (1500° F) gebrannt und schrumpft um 10-15%. Wegen des Kupfergehaltes bei dieser Formel ist das Brennen ein zweistufiges Verfahren; der erste Schritt ist ein offenes-Regalbrennen und der zweite Schritt erfordert eine Brennpfanne mit aktivierten Kohlemedien.

 

Art Clay Silver (ACS, Kunstton Silber)

ACS wurde von der AIDA Chemical Industries entwickelt, welche ebenfalls ein japanisches Unternehmen ist. ACS folgte dem PMC Standard mit ihrem Art Clay Original Clay (eher PMC+ als PMC Standard), was dem Benutzer das Brennen mit einem Hand-Brenner oder auf einem Gas-Feuer ermöglicht. Durch subtile Unterschiede im Bindemittel und vorgeschlagenen Brennzeiten, schrumpft dieser Ton weniger als die PMC Versionen, zirka nur  8-10%.

Weitere Entwicklungen führten zum Art Clay Slow Dry (langsamen Trocknen), also ein Ton mit einer längeren Arbeitszeit. Art Clay 650 und Art Clay 650 Slow Dry folgten bald; beide Tone können bei 650° C (1.202° F) gebrannt werden, so dass der Benutzer den Ton mit Glas und Silber kombinieren kann. AIDA ist auch der Hersteller von Ölpaste (Oil Paste), ein Produkt, dass nur auf gebranntem Metallton oder gefrästem Feinsilber verwendet wird, und Overlay Paste, welches speziell zum Malen von Motiven auf Glas und Porzellan konzipiert wurde.

Im Jahre 2006 führte AIDA die Art Clay Gold Paste ein, eine kostengünstige Möglichkeit, um mit Gold zu arbeiten. Die Paste wird auf den gebrannten Silberton gemalt, dann in einem Brennofen oder mit einem Brenner oder Gasherd gebrannt. Sobald es gebrannt wird, verbindet es sich mit dem Silber, was einen 22k Goldakzent bietet. Im gleichen Jahr führte Art Clay auch Slow Tarnish ein, ein Ton der langsamer trübe wird als die anderen Metalltone.

 

Lump Metal Clay (Klumpen Metallton)

Lump Metal Clay Bronze wurde 2008 von Metal Adventures Inc. eingeführt. Lump Metal Clay Kupfer wurde im Jahr 2009 von Metal Adventures Inc. und Aida eingeführt. Aufgrund der geringeren Kosten werden die Bronze- und Kupfer-Metalltone von Künstlern [5] öfter verwendet als Gold- und Silber-Metalltone auf dem amerikanischen Markt. Nach den Punzierungs-Anforderungen in Großbritannien werden Bronze und Kupfer als nicht so hoch angesehen. Die tatsächliche Erstellungsdauer eines Bronze- oder Kupferstücks ist auch viel länger als die des PMC3-Gegenstücks.

 

Unedle Metalltone

Unedle Metalltone, wie Bronze-, Kupfer- und Stahl-Metalltone werden am besten ohne Sauerstoff gebrannt, um die Oxidation von Kupfer durch den Luftsauerstoff zu vermeiden. Ein einfaches Mittel, um dies zu erreichen (die Stücke in Aktivkohle in einem Container platzieren) wurde von Bill Struve entwickelt.[6]

 

Personalisierung

Jedes Stück Metal Clay ist individuell und ein Unikat. Da durch Metal Clay die Schmuckherstellung für jeden zugänglich wird, kann man durch diese Technik eigene Schmuckstücke im DIY-Verfahren kreieren. Der Persönlichkeitsgrad kann hier also sehr hoch sein.

 

Quellen

[1] U.S. Patent 5,328,775 citing May 18, 1990 (19900518) [JP] Japan 2- 128447.
[2] Musante, Lynda S.; Maria Nerius (2000). Jewelry making for fun & profit. Random House Digital, Inc. p. ii-iii. ISBN 0-7615-2044-9. OCLC 410210887. Retrieved March 16, 2011.
[3] Introduction to Precious Metal Clay by Mary Ann Devos (C)2003 published by Wardell Publications Inc ISBN 0-919985-36-X
[4] McCreight, Tim. „What’s New?“ Metalsmith Spring 2006, Vol. 26 Issue 1, p42-45, 4p
[5] Metal Clay Artist Magazine 1 (3): 7
[6] Art Jewelry, July 2008: 30

Author: Lukas Steiner on 23. Juni 2013
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