Schmuck: Mokume Gane

Mokume-Gane (木 目 金 Mokumegane) ist ein gemischtes Metall-Laminat, welches sich in markanten Mustern überlagert. Übersetzt bedeutet es Wurzelholz-Metall. Der Name stammt von einer Art des Schwert-Schmiedens und anderen Waffen mit Kanten.

Geschichte

Das erstmals in Japan im 17. Jahrhundert hergestellte gemischte Metall wurde nur für Schwertausrüstungen bis zur Meiji-Ära verwendet, als der Niedergang der Katana-Industrie die Handwerker dazu zwang, rein dekorative Elemente herzustellen. Der Erfinder, Denbei Shoami (1651-1728), bezeichnete zunächst sein Produkt als guri bori, aufgrund seiner Ähnlichkeit mit guri, was eine Art von geschnitzten Lackarbeiten mit abwechselnd rot und schwarzen Schichten ist. Andere historische Namen dafür waren kasumi-uchi (Wolken-Metall), itame-Gane (Holzmaserungs-Metall) und yosefuki. [1]

Die traditionellen Komponenten waren relativ weiche metallische Elemente und Legierungen (Gold, Kupfer, Silber, Shakudo, Shibuichi und Kuromido), die Flüssigphasendiffusions-Bindungen miteinander bildeten, ohne sie komplett zu schmelzen.  Für die traditionellen Techniken war dies nützlich, um die Schichten zusammen zu löten. [2]

Moderne

Moderne Verfahren werden stark kontrolliert und üben eine Druckkraft auf den Barren aus. Dies erlaubt der Technik auch viele nicht-traditionelle Bestandteile wie Titan, Platin, Eisen, Bronze, Messing, Neusilber und verschieden-farbiges Gold in gelblichen, weißen, Salbei und rosa Farbtöne sowie Sterlingsilber dazuzunehmen. [2]

Techniken

Mokume Gane

Mokume Gane

Bleche wurden gestapelt und vorsichtig erwärmt; der massive Barren einfacher Streifen konnte gelötet und geschnitzt werden, um die Komplexität des Muster zu erhöhen. Die erfolgreiche Laminierung mit dem herkömmlichen Verfahren erfordert einen hochqualifizierten Schmied mit viel Erfahrung. Die Verbindung durch das herkömmliche Verfahren wird erreicht, indem einige oder alle der Legierungen in dem Stapel bis zum Punkt, an dem sie teilweise schmelzen (über dem Schmelzpunkt) erhitzt werden, damit diese flüssige Legierung die Schichten miteinander verbindet. Sorgfältige Wärmekontrolle und geschickte Schmiede sind für diesen Prozess unbedingt erforderlich. [2]

 

Löten (Hartlöten)

Die Bleche wurden mit Silberlot oder einem anderen Hartlot verlötet. Diese Technik verband zwar die Metalle, war aber schwer zu perfektionieren, insbesondere bei größeren Blechen. Flux-Einschlüsse konnten eingefangen werden oder Blasen konnten sich bilden. Gewöhnlich musste man die feinen Fehler herausschneiden und das Metall neu zusammen löten.

Zusammenlöten im festen Zustand (modern)

Der modernisierte Prozess benötigt normalerweise eine kontrollierte Atmosphäre in einem temperaturgeregelten Ofen. Mechanische Hilfsmittel, wie eine hydraulische Presse oder Drehmoment-Platten (Klemmbacken), werden in der Regel auch verwendet, um Druckkraft auf den Barren beim Laminieren auszuüben. Dies ermöglicht die Durchführung der niedrig-Temperatur Festkörperdiffusion zwischen den Schichten, so dass auch nicht-traditionelle Materialien verwendet werden können. [2]

 

Die Entwicklung des Mokume-Musters

Nach der Diffusion der Schichten wird die Oberfläche des Barrens mit Meißel geschnitten, um die unteren Schichten freizulegen und dann abgeflacht. Dieser Prozess des Schneidens und Abflachens wird wiederholt, um komplizierte Muster zu kreieren. [1]

Färbung

Um den Kontrast zwischen den Schichten zu akzentuieren, werden viele Mokume-Gane-Teile durch die Anwendung einer Patina (einer kontrollierten Korrosionsschicht) gefärbt oder die Farbe der Oberfläche des Metalls sogar völlig verändert.

Rokusho

Ein Beispiel für eine traditionelle japanische Patination von Mokume-Gane ist der Einsatz von Rokusho. Rokusho ist eine komplexe Kupfer-Grünspan-Verbindung, die speziell für den Einsatz als Patina produziert wird. Um Shakudo und Gold zu färben, taucht man das Stück in kochendes Rokusho, hält es darin, rührt ständig, bis es die gewünschte Farbe erreicht. Rokusho färbt Shakudo in schwarz-violett. Je mehr Gold in der Legierung ist, desto violetter wird es.

Rokusho wird in kleinen Stapel in einem traditionellen Verfahren hergestellt und ist nur schwierig außerhalb von Japan zu erwerben. Es gibt einige Ersatzformeln, die vorgeschlagen werden (siehe Rokusho-Artikel.) Traditionell wird auch eine Paste aus gemahlenem Rettich verwendet, um den Prozess für die Patina vorzubereiten. Die Paste wird aufgetragen, unmittelbar bevor das Stück im Rokusho gekocht wird, um die Oberfläche vor dem Anlaufen und ungleichmäßiger Färbung zu schützen. [1]

Beizen

Beizen ist eine andere Methode, um mehr Farbe aus dem Metall herauszuholen. Bei dieser Technik wird das Metall in einer Beizlösung aus Kupferchlorid und Kupfersulfat getaucht. Bei Messing ist es möglich drei verschiedene Farben aus dem gleichen Blech zu holen. Dies wird durch Abdecken (durch Ölfarbe) und Zurückschaben erreicht. Das Beizen auf Messing ergibt eine grün-graue Färbung. Beizen auf Shakudo ergibt schwarz. .[3]

Andere Möglichkeiten

Shakudo kann auch durch die Zugabe von Salz mit Ammoniak in einer Plastiktüte abgedunkelt werden. Je wärmer die Lösung ist, desto schneller verdunkelt sich das Metall.

 

Personalisierung

Mokume Gane ist eine schöne Art, um seine Schmuckstücke zu personalisieren, denn kein Schmuckstück gleicht den anderen. Es gibt darüber hinaus auch noch weitere Methoden, um wirklich personalisierte Schmuckstücke zu bekommen.

 

Quellen

[1] Pijanowski, H.S. and Pijanowski, G.M. (2001). Wood Grained Metal: Mokume-Gane
[2] Binnion, J. E. and Chaix, B. (2002). Old Process, New Technology: Modern Mokume Gane
[3] Bradbury, F.W. (2012). I Made That: Japanese Metalwork

 

Author: Lukas Steiner on 23. Juni 2013
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