Schmuck: Gold

Gold zählt zu den beliebtesten Metallen für die Herstellung von Schmuck. Es ist allerdings auch sehr weich, weshalb man wissen sollte, für welche Schmuckstücke Gold geeignet ist. Eheringe (Trauringe) werden beipsielsweise oft aus Goldlegierungen hergestellt, doch auch hier gibt es auf Grund der Legierungen Nachteile, die man beachten sollte.

 

Geschichte

Die Gewinnung von Gold hat ihre Anfänge in der Kupferzeit. Eheringe (Trauringe) aus Gold zählen zusammen mit Eisen zu den ersten Schmuckmetallen, die von Menschen zu Eheringen verarbeitet wurden. Gold-Silber-Kupfer: Diese klassische Goldlegierung gehört dem Dreistoffsystem an, da sie auch gemeinsam in der Natur vorkommen. Bis zum 19. Jahrhundert war es verboten, Feingold mit anderen Metallen zu legieren, doch seitdem wurden Goldlegierungen von gelb, hellgrün und lachsrosa bis zu einem weißlichen Graubeige erlaubt. Heute weiß man aus Langzeiterfahrungen, dass es neben den positiven Eigenschaften (je nach Goldlegierung und Träger) auch negative Eigenschaften wie Korrosion (= Rost) gibt.

Hier gibt es weitere geschichtliche Hintergründe zum Thema Eheringe / Trauringe aus Gold.

 

Goldabbau

In der Geschichte der Menschheit wurden nach GFMS des Jahres 2011 insgesamt 171.300 Tonnen Gold abgebaut.[1] Dies entspricht in etwa 5,5 Milliarden Unzen oder im Hinblick auf das Volumen ca. 8876 m3, oder einem Würfel mit einer Seitenlänge von 20,7 m. Der weltweite Verbrauch von neu produziertem Gold liegt bei etwa 50% für die Schmuckindustrie, 40% für Investitionen und 10% für die Industrie.[2]

Neben seiner weit verbreiteten monetären und symbolischen Funktionen wird Gold in der Zahnmedizin, Elektronik und anderen Bereichen eingesetzt. Seine hohe Verformbarkeit, Dehnbarkeit, (zumindest kurzfristige) Beständigkeit gegen Korrosion und den meisten anderen chemischen Reaktionen, sowie seine Leitfähigkeit von Strom führte zu den vielen Verwendungen von Gold, einschließlich der elektrischen Verdrahtung, Herstellung von farbigem Glas und Blattgold.

Das meiste Gold der Erde befindet sich im Kern, da die hohe Dichte des Metalls es nach unten sinken ließ. Praktisch gilt das gesamte von Menschen entdeckte Gold als von Meteoriten-empfangenes.[3][4][5][6][7] Der Vredefort-Krater wird mit der Bildung der größten Gold-Bergbau-Region auf der Erde in Verbindung gebracht: das Witwatersrand-Becken.[8][9]

 

Gold als Schmuckmetall

Goldkette

Häufig werden Eheringe bzw. Trauringe aus Goldlegierungen hergestellt. Dabei wird das aus der Natur stammende Feingold mit härteren und vor allem preiswerteren Metallzusätzen gestreckt. So soll die Goldlegierung resistenter gegen Kratzer, Verformungen und Dellen werden. Zugleich wird jedoch die satte gelbe Eigenfarbe des Feingoldes und die Korrosionsbeständigkeit (Rostfestigkeit) stark verringert. Legierte Eheringe rosten (je nach Träger und Metallzusätzen) langsam und unauffällig vor sich hin. Dies kann negative gesundheitsschädliche Auswirkungen nach sich tragen.

Eheringe/Trauringe werden in Deutschland, der Schweiz und in Österreich als 8-karätige, 14-karätige und 18-karätige Goldlegierungen angeboten. Dabei wird das Feingold mit Kupfer, Silber, Platin, Palladium, Nickel oder anderen preiswerteren Metallen gestreckt.

Hier geht es zum ausführlichen Artikel über Eheringe (Trauringe) aus Gold. 

 

Aufgrund der Weichheit von reinem (24k) Gold, wird es meist mit unedlen Metallen für den Einsatz in Schmuck legiert, um seine Härte und Dehnbarkeit, den Schmelzpunkt, die Farbe und andere Eigenschaften zu ändern. Legierungen mit niedrigeren Karatanteilen, typischerweise 22k, 18k, 14k oder 10k, enthalten höhere Prozentsätze an Kupfer oder anderen unedlen Metallen, Silber oder auch Palladium in der Legierung. Kupfer ist das am häufigsten verwendete unedle Metall und ergibt eine rötlichere Farbe.[14]

Achtzehn-karätiges Gold mit 25% Kupfer kann im antiken und russischen Schmuck gefunden werden und hat einen deutlichen, wenn auch nicht dominanten, Kupferschimmer, der Roségold ergibt. Eine vierzehn-karätige Gold-Kupfer-Legierung ist nahezu identisch in der Farbe wie bestimmte Bronzelegierungen, und beide können für Polizei- und andere Abzeichen verwendet werden. Blaues Gold kann durch das Legieren mit Eisen und violettes Gold kann durch Legieren mit Aluminium hergestellt werden, wenn auch nur selten. Blaues Gold ist spröder und kann daher nur schwierig für die Herstellung von Schmuck verwendet werden.[14]

Vierzehn- und achtzehn-karätige Goldlegierungen mit Silber allein erscheinen grünlich-gelb und werden als grünes Gold bezeichnet. Weißgold-Legierungen werden mit Palladium oder Nickel hergestellt. Weißes 18-karätiges Gold mit 17,3% Nickel, 5,5% Zink und 2,2% Kupfer wirkt silber. Nickel ist giftig und der Verkauf als Nickel-Weißgold wird durch die Gesetzgebung in Europa geregelt.[14]

Alternative Weißgold-Legierungen basieren auf Palladium, Silber und anderen weißen Metallen[14], aber die Palladium-Legierungen sind teurer als die Verwendung von Nickel als Legierung. Hochkarätige Weißgold-Legierungen sind weitaus resistenter gegen Korrosion als reines Silber oder Sterling-Silber. Die japanische Kunst des Mokume-Gane nutzt die Farbkontraste zwischen laminierten farbigen Gold-Legierungen, um dekorative Maserungs-Effekte zu erzielen.

Weiter zum ausführlichen Artikel über Eheringe und Schmuckstücke aus Gold.

 

Das Metall Gold

Gold

Gold ist ein dichtes, weiches, glänzendes, formbares und dehnbares Metall. Es ist ein chemisches Element mit dem Symbol Au (Aurum im Lateinischen, was Glanz des Sonnenaufgangs bedeutet) und der Ordnungszahl 79.

Gold hat eine hellgelbe Farbe und einen tollen Glanz, der auch ohne Rost an der Luft oder im Wasser bestehen bleibt. Chemisch gesehen ist Gold ein Übergangsmetall und ein Element der Gruppe 11. Es ist eines der am wenigsten reaktiven chemischen festen Elemente unter Standardbedingungen. Daher kommt das Metall oft in seiner freien elementaren (nativen) Form vor, wie Nuggets oder Körner in Felsen, in Goldadern und in alluvialen Ablagerungen. Weniger häufig kommt es in Mineralien wie Gold-Verbindungen vor, doch in der Regel zusammen mit Tellur.

Gold hält einzelnen Säuren stand, aber es kann durch Königswasser (Nitro-Salzsäure) aufgelöst werden. Es wurde so benannt, weil es Gold auflöst. Gold löst sich in alkalischen Cyanid-Lösungen, welche für den Bergbau verwendet wurden, und auch in Quecksilber und bildet Amalgam-Legierungen. Es ist unlöslich in Salpetersäure, die Silber und unedle Metalle löst.

Gold ist ein wertvolles und begehrtes Edelmetall für Münzen, Schmuck und anderen Künste, und das schon lange vor Beginn der aufgezeichneten Geschichte. Gold wurde teilweise als Währung eingesetzt, was jedoch weitgehend durch den Währungserlass ab den

1930er Jahren abgeschafft wurde. Das letzte Goldzertifikat und Goldmünzenwährungen wurden in den USA im Jahre 1932 ausgegeben. In Europa ließen die meisten Länder vom Goldstandard mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 ab und durch die enormen Kriegsschulden, scheiterte auch das Vorhaben Gold als Tauschmittel zu verwenden.

 

Eigenschaften

Gold ist das formbarste aller Metalle; ein einziges Gramm kann zu einer Platte von 1 Quadratmeter oder eine Unze in 300 Quadratmeter gehämmert werden. Blattgold kann so dünn gehämmt werden, dass es transparent wird. Das übertragene Licht erscheint grünlich-blau, da Gold stark gelb und rot reflektiert.[10] Solche semi-transparente Folien können auch Infrarotlicht stark reflektieren, darum werden sie als Infrarot (Wärmestrahlung) Schilde für Visiere von hitzebeständigen Anzügen und für Sonnen-Visiere für Raumanzüge verwendet.[11]

Gold läßt sich leicht mit vielen anderen Metallen legieren. Diese Legierungen können erzeugt werden, um seine Härte und andere metallurgische Eigenschaften zu ändern, um den Schmelzpunkt zu steuern oder exotische Farben zu kreieren. Häufig werden Goldlegierungen für Eheringe (Trauringe) und Schmuck verwendet, um den Preis und die Kosten günstoger zu halten. Leider verliert dabei das satte Gold an Farbe und wird blasser.

Gold ist ein guter Leiter für Wärme und Strom und reflektiert die Infrarotstrahlung stark. Chemisch wird es nicht von Luft, Feuchtigkeit und den meisten ätzenden Reagenzien beeinflusst und ist daher gut für den Einsatz in Münzen und Schmuck und als Schutzschicht für andere, reaktive Metalle geeignet. Es ist jedoch nicht chemisch inert. Gold ist fast unlöslich, kann aber in Königswasser aufgelöst werden.

Gemeinsame Oxidationsstufen von Gold umfassen +1 (Gold (I) oder Aurous-Verbindungen) und +3 (Gold (III) oder aurische Verbindungen). Goldionen in einer Lösung werden leicht reduziert und als Gold-Metall durch Zugabe eines anderen Metalls als Reduktionsmittel verwendet. Das zugesetzte Metall oxidiert und löst damit das Gold aus der Lösung, sodass es als Feststoff gewonnen werden kann.

Hochwertiges, reines, metallisches Gold ist geschmacklos und geruchlos, in Übereinstimmung mit seiner Korrosionsbeständigkeit (es sind die Metallionen, die Metallen den Geschmack verleihen). Außerdem ist Gold sehr dicht. Demnach wiegt ein Kubikmeter 19.300 kg. Im Vergleich dazu ist die Dichte von Blei 11.340 kg/m3, und das dichteste Element, Osmium, wiegt 22.610 kg/m3.

 

Farbe

Während die meisten anderen reinen Metalle grau oder silbrig weiß sind, ist Gold gelb. Diese Farbe wird durch die Dichte der losen-gebundenen (Valenz-) Elektronen bestimmt. Diese Elektronen schwingen als ein kollektives „Plasma“ Medium im Sinne eines Quasiteilchen, die Plasmon genannt werden. Die Frequenz dieser Schwingungen liegt bei den meisten Metallen im ultravioletten Bereich, aber durch subtile relativistische Effekte, die die Orbitale um die Goldatome beeinflussen, fällt es bei Gold in den sichtbaren Bereich.[12] Ähnliche Effekte verleihen metallischem Caesium einen goldenen Farbton.

Übliche, farbige Goldlegierungen wie Roségold können durch die Zugabe verschiedener Mengen von Kupfer und Silber erzeugt werden. Legierungen mit Palladium oder Nickel sind auch beim kommerziellen Schmuck wichtig, da diese Weißgold-Legierungen ergeben. Weniger häufig ist die Zugabe von Mangan, Aluminium, Eisen, Indium und anderen Elementen, die ungewöhnlichere Farben von Gold für verschiedene Anwendungen ergeben.[13]

 

Personalisierung von Goldschmuck

Goldschmuck hat in den letzten Jahren einen deutlichen Imagewechsel durchgemacht. Zählten Eheringe aus Gold noch vor einigen Jahren als Statussymbol und galten als „der klassische Ehering“, so haben doch die globale Ausbeutung Goldreicher Länder und deren Bevölkerung diesen Status zum einem Teil abgelegt. Ein Trend ist, dass ds Thema Faires Gold immer populärer wird. Ein anderer Trend ist, dass insbesondere die Eheringe (Trauringe) besonders individualisiert und personalisiert sein sollen.

Weiter zum Artikel Personalisierung.

 

Quellen

[1] World Gold Council FAQ. www.gold.org
[2] Soos, Andy (2011-01-06). „Gold Mining Boom Increasing Mercury Pollution Risk“. Advanced Media Solutions, Inc. (Oilprice.com)
[3] http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-14827624
[4] http://www.sciencedaily.com/releases/2011/09/110907132044.htm
[5] http://www.ees.rochester.edu/ees119/reading2.pdf
[6] http://www.huffingtonpost.com/2011/09/10/meteor-shower-gold_n_955448.html
[7] http://www.nature.com/nature/journal/v477/n7363/full/nature10399.html#/access
[8] http://superiormining.com/properties/south_africa/mangalisa/geology/
[9] http://articles.adsabs.harvard.edu//full/1997M%26PS…32…71T/0000071.000.html Original size of the Vredefort Structure: Implications for the geological evolution of the Witwatersrand Basin
[10] „Gold: causes of color“
[11] Mallan, Lloyd (1971). Suiting up for space: the evolution of the space suit. John Day Co. p. 216. ISBN 978-0-381-98150-1.
[12] „Relativity in Chemistry
[13] „Gold Jewellery Alloys > Utilise Gold. Scientific, industrial and medical applications, products, suppliers from the World Gold Council“
[14] World Gold Council, Jewellery Technology, Jewellery Alloys

 

 

Author: Lukas Steiner on 23. Juni 2013
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