Schmuck: Edelsteine

Edelsteine, oder auch Schmucksteine, sind Gesteine, Minerale oder Glasschmelzen, die häufig im Schmuck eingesetzt werden. Auf Grund ihrer Farbe oder auch Beschaffenheit werden sie als „schön“, „strahlend“ und „funkelnd“ (wie der Diamant) empfunden. Edelsteine verschönern ganz verschiedene Schmuckstücke, besonder belibt sind der Diamant im Ehering oder der farbige Edelstein (Smaragd, Saphir) als Anhänger an einer Kette. Die Lehre von Edelsteinen bzw. Schmucksteinen wird als Gemmologie bezeichnet.

Geschichte

Edelsteine haben eine lange Geschichte, da sie ja auch seit Tausenden von Jahren Bestandteil der Erde sind. Bereits in der mittleren Steinzeit zeigten die Menschen Interesse an den schönen und funkelnden Edelsteinen. Verwendet wurden Edelsteine schon damals zur Verzierung (also als Schmuckstück) oder auch als Glücksbringer.

Es gibt Überlieferungen aus den Zeiten der alten Grichen, der Ägypter, der Babylonier sowie der Phönizier, dass diese Kulturen den Edelsteinen verschiedene Lebensbereiche zugeordnet haben. In der Antike wurden Edelsteine zu schönen Schmuckstücken verarbeitet, vor allem der Diamant war beliebt und weit bekannt und galt als besonders edler Edelstein. Weiter wurden Edelsteine im Mittelalter bereits geschliffen.

 

Farblehre in Verbindung mit Edelsteinen

Jeder Edelstein hat seine ganz typische Farbe oder Farbvariationen. Dabei hat jede Farbe eine andere Bedeutung und strahlt etwas anderes aus.

Blau

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[1] Blau ist die Farbe des Himmels und des Meeres. Es wird oft mit Tiefe und Stabilität in Verbindung gebracht. Es symbolisiert Vertrauen, Loyalität, Weisheit, Zuversicht, Intelligenz, Glaube, Wahrheit und den Himmel.

Blau wird als nützlich für den Körper und Geist angesehen. Es verlangsamt den menschlichen Stoffwechsel und erzeugt eine beruhigende Wirkung. Blau wird auch sehr mit Ruhe und Stille verbunden. In der Wappenkunde wird Blau verwendet, um Frömmigkeit und Aufrichtigkeit zu symbolisieren. Im Gegensatz zu emotional warmen Farben wie Rot, Orange und Gelb, wird Blau mit dem Bewusstsein und Intellekt verbunden.

Blau ist eine männliche Farbe; Nachforschungen zufolge, wird sie sehr von Männern akzeptiert. Dunkelblau wird mit Tiefe, Fachwissen und Stabilität assoziiert.

Hellblau wird mit Gesundheit, Heilung, Ruhe, Verständnis und Weichheit verbunden.
Dunkelblau steht für Wissen, Macht, Integrität und Seriosität.

 

Rot

File:Color icon red.svg[1] Rot ist die Farbe von Feuer und Blut. Darum wird sie mit Energie, Krieg, Gefahr, Stärke, Kraft, Entschlossenheit sowie mit Leidenschaft, Begehren und Liebe in Verbindung gebracht.

Rot ist eine sehr emotional intensive Farbe. Sie erhöht den menschlichen Stoffwechsel, die Atemfrequenz und den Blutdruck. Sie hat eine sehr hohe Sichtbarkeit, weshalb auch Stoppschilder, Ampeln und Feuerlöschgeräte in der Regel rot lackiert werden. In der Wappenkunde wird rot verwendet, um Mut darzustellen. Es ist eine Farbe, die in vielen Nationalflaggen gefunden werden kann.

Rot betont Texte und Bilder. Die Farbe wird oft verwendet, um Gefahren (Hochspannung, Ampeln) anzuzeigen. Häufig wird Rot auch mit Energie verbunden.

Hellrot steht für Freude, Sexualität, Leidenschaft, Sensibilität und Liebe.
Rosa bedeutet Romantik, Liebe und Freundschaft. Sie zeigt weibliche Qualitäten und Passivität an.
Dunkelrot wird mit Kraft, Willensstärke, Wut, Ärger, Führung, Mut, Sehnsucht, Bosheit und Zorn verbunden.
Braun deutet Stabilität an und zeigt männliche Qualitäten an.
Rötliches Braun wird mit Ernte und Herbst assoziiert.

 

GrünFile:Color icon green.svg

[1] Grün ist die Farbe der Natur. Sie symbolisiert Wachstum, Harmonie, Frische und Fruchtbarkeit. Grün hat einen starken emotionalen Zusammenhang mit Sicherheit. Dunkelgrün wird häufig auch mit Geld in Verbindung gebracht.

Grün besitzt eine große Heilkraft. Es ist die entspannenste Farbe für das menschliche Auge; sie kann sogar die Sehkraft verbessern. Grün deutet Stabilität und Ausdauer an. Manchmal bedeutet Grün auch ein Mangel an Erfahrung, zum Beispiel bedeutet „noch grün hinter den Ohren“ ein Neuling zu sein. In der Wappenkunde bedeutet Grün Wachstum und Hoffnung. Grün bedeutet im Gegensatz zu Rot, Sicherheit; es ist auch die Farbe für einen „freien Durchgang“ im Straßenverkehr. Grün ist direkt mit der Natur verbunden.

Dunkelgrün wird mit Ehrgeiz, Gier und Eifersucht assoziiert.
Gelb-grün kann Krankheit, Feigheit, Zwietracht und Eifersucht anzeigen.
Aqua wird mit emotionaler Heilung und Schutz verbunden. Olivgrün ist die traditionelle Farbe des Friedens.

 

Violett

File:Color icon purple.svg[1] Violett verbindet die Stabilität von Blau mit der Energie von Rot. Violett wird mit Königlichkeit in Verbindung gebracht. Es symbolisiert Macht, Adel, Luxus und Ehrgeiz.

Es vermittelt Reichtum und Extravaganz. Violett wird mit Weisheit, Würde, Unabhängigkeit, Kreativität, Geheimnis und Magie verbunden.

Umfragen zufolge, bevorzugen fast 75 Prozent der vorpubertären Kindern Violett vor allen anderen Farben. Violett ist eine sehr seltene Farbe in der Natur; einige Leute halten sie für künstlich.

Helles Violett ruft romantische und nostalgische Gefühle hervor.
Ein dunkles Violett ruft Schwermut und traurige Gefühle hervor und kann sogar Frustration auslösen.

Weiß

File:Color icon white.svg[1] Weiß wird mit Licht, Güte, Unschuld, Reinheit und Jungfräulichkeit in Verbindung gebracht. Es gilt als die Farbe der Perfektion.

Weiß bedeutet Sicherheit, Reinheit und Sauberkeit.

Im Gegensatz zu Schwarz hat Weiß in der Regel eine positive Bedeutung. Weiß kann einen erfolgreichen Start darstellen. In der Wappenkunde bedeutet Weiß, Glaube und Reinheit.

Weiß wird mit Kühle und Reinheit, Krankenhäusern, Ärzten und Sterilität, aber auch mit Leichtigkeit verbunden.

Schwarz

[1] Schwarz wird mit Kraft, Eleganz, Formalität, Tod, Bösem und Geheimnis in Verbindung gebracht.

Schwarz ist eine geheimnisvolle Farbe, die mit Angst und dem Unbekannten (Schwarze Löcher) verbunden wird. Sie hat in der Regel eine negative Farblehre_schwarzBedeutung (schwarze Liste, schwarzer Humor, „schwarzer Tod“). Schwarz bedeutet auch Stärke und Autorität; es gilt als sehr formal, elegant und prestigeträchtige Farbe. In der Wappenkunde ist Schwarz das Symbol der Trauer.

Schwarz gibt das Gefühl von Perspektive und Tiefe. Schwarz gibt einen guten Kontrast zu leuchtenden Farben. Kombiniert mit Rot oder Orange – andere sehr kräftige Farben – gibt Schwarz einen sehr aggressiven Farbeindruck.

 

 

Diamanten

A clear faceted gem supported in four clamps attached to a wedding ringIn der Mineralogie ist der Diamant (aus dem Griechischen αδάμας – adámas „unzerbrechlich“) ein metastabiles Allotrop von Kohlenstoff, wobei die Kohlenstoffatome in einer Variation der flächenzentrierten kubischen Kristallstruktur angeordnet sind, genannt Diamantgitter.

Der Diamant ist als ein Material mit unübertrefflichen physikalischen Eigenschaften bekannt, von denen der Großteil auf die starke kovalente Bindung zwischen den Atomen zurückzuführen ist. Insbesondere weist der Diamant die höchsten Härte und Wärmeleitfähigkeit von Schüttgütern auf. Diese Eigenschaften bestimmen die große industrielle Anwendung von Diamanten für das Schneiden und Polieren von Werkzeugen und für wissenschaftliche Anwendungen bei Diamant-Messern und Diamantstempelzellen.

Diamant hat bemerkenswerte optische Eigenschaften. Wegen seinem extrem starren Gitter kann es nur durch sehr wenige Arten von Verunreinigungen (wie Bor und Stickstoff) verunreinigt werden. Kombiniert mit der weitgehenden Transparenz führt dies zu dem klaren, farblosen Erscheinungsbild der meisten natürlichen Diamanten. Kleine Mängel oder Verunreinigungen (etwa eine pro einer Million von Gitteratomen) führen zur Farbe Diamantblau (Bor), -gelb (Stickstoff), -braun (Gitterfehler), -grün (Strahlenbelastung), lila, rosa, orange oder rot.

Der Diamant hat auch eine relativ hohe optische Dispersion (die Fähigkeit, Licht in unterschiedliche Farben aufzubrechen), die zum charakteristischen Glanz führt. Hervorragende optische und mechanische Eigenschaften, insbesondere die beispiellose Härte und Haltbarkeit, machen den Diamanten zum beliebtesten Edelstein.

Die meisten natürlichen Diamanten entstehen bei hohen Temperaturen und Druck in einer Tiefe von 140 bis 190 km (87 bis 120 Meilen) im Erdmantel. Kohlenstoffhaltige Mineralien bilden die Kohlenstoff-Quelle und das Wachstum erfolgt über einen Zeitraum von 1 Milliarde bis 3,3 Milliarden Jahren (25% bis 75% des Alters der Erde). Diamanten werden durch tiefe Vulkanausbrüche mit dem Magma in die Nähe der Erdoberfläche gebracht, das in magmatisches Gestein abkühlt, welches als Kimberlite und Lamproit bekannt ist. Diamanten können auch synthetisch durch ein Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren hergestellt werden, die etwa die Verhältnisse im Erdmantel simulieren. Eine alternative und völlig unterschiedliche Wachstumstechnik ist die chemische Gasphasenabscheidung.

Härte

Diamant ist das härteste bekannte natürliche Material auf der Mohs Skala der mineralischen Härte, bei der Härte und Kratzfestigkeit definiert werden und zwischen 1 (am weichsten) und 10 (am härtesten) benotet wird. Der Diamant hat eine Härte von 10 (härteste) auf dieser Skala.[2] Die Härte des Diamanten ist seit der Antike bekannt, was auch die Herkunft seines Namens erklärt („unzerbrechlich“).

Die Diamant-Härte hängt von der Reinheit, kristalline Perfektion und Orientierung ab: die Härte ist bei einwandfreien, reinen Kristallen härter und orientiert sich zur Richtung, entlang der längsten Diagonale des kubischen Diamantgitters.[3] Obwohl es möglich wäre einige Diamanten mit anderen Materialien zu zerkratzen, wie Bornitrid, können die härtesten Diamanten nur durch andere Diamanten und nanokristallinen Diamant-Aggregate zerkratzt werden.

Schmuckwiki Diamant EheringeEheringe und Diamanten

Die Härte vom Diamant trägt zu seiner Eignung als Edelstein bei. Da er nur durch andere Diamanten zerkratzt werden kann, behält er seine Politur extrem gut bei.

Im Gegensatz zu vielen anderen Edelsteinen ist der Diamant auf Grund seiner Kratzfestigkeit optimal geeignet, um täglich getragen zu werden. Diese Eigenschaft macht den Diamanten so beliebt bei der Verwendung als Ehering, Trauring oder Verlobungsring.

 

Rubine

Ein Rubin ist ein rosa bis blutrot gefärbter Edelstein, eine Art des Minerals Korund (Aluminiumoxid). Die rote Farbe entsteht hauptsächlich durch das Element Chrom. Sein Name stammt von ruber, was lateinisch ist für rot. Andere Arten  der Edelstein-Qualität Korund werden Saphire genannt. Der Rubin gilt als einer der vier Edelsteine, zusammen mit Saphir, Smaragd und Diamant.[4]

Die Preise für Rubine werden in erster Linie durch ihre Farbe bestimmt. Der hellste und wertvollste „Rote“ wird Tauben-blutrot genannt und hebt sich weit von anderen Rubinen ähnlicher Qualität ab. Nach der Farbe wird die Klarheit benotet: ähnlich wie beim Diamanten ist ein klarer Stein wertvoller, doch ein Rubin ohne Nadel-ähnliche rutile Einschlüsse kann darauf hinweisen, dass der Stein behandelt wurde. Schliff und Karat (Gewicht) sind auch wichtige Faktoren bei der Bestimmung des Preises.

Farben

Im Allgemeinen wird diese Edelstein-Qualität in allen Schattierungen von Rot, auch Rosa, Rubine genannt.[5][6] Doch in vielen Ländern muss für die Bezeichnung Rubin eine Mindest-Farbstärke erreicht werden, da ansonsten der Stein als rosa Saphir bezeichnet wird.[5] Diese Unterscheidung zwischen Rubinen und rosa Saphiren ist relativ neu, da sie erst irgendwann im 20. Jahrhundert entstanden ist. Wenn eine Unterscheidung gemacht wird, ist der Grenzwert zwischen einem Rubin und einem rosa Saphir nicht klar und wird sehr umstritten. Als Folge dieser Schwierigkeit und Subjektivität bei den Unterscheidungen übernahmen Handels-Organisationen, wie die International Colored Gemstone Association (ICGA), eine breitere Definition für Rubin, der seine helleren Farbtöne, darunter auch Rosa, miteinschliesst. [7][8]

Natürliches Vorkommen

Das Mogok-Tal im Oberen Myanmar (Burma) war über Jahrhunderte hinweg die weltweit größte Quelle für Rubine. Diese Region produzierte einige der schönsten Rubine die jemals abgebaut wurden. Doch in den letzten Jahren konnten nur sehr wenige gute Rubinen dort gefunden werden. Die überhaupt beste Farbe bei den Myanmar Rubinen wird manchmal als

„Taubenblut“ bezeichnet. In Zentral-Myanmar, im Gebiet der Mong Hsu begann der Abbau von Rubinen in den 1990er Jahren und wurde schnell zum weltweit wichtigsten Rubin-Abbaugebiet. Das vor kurzem entdeckte Rubin-Vorkommen in Myanmar befindet sich in Namya (Namyazeik) im nördlichen Bundesstaat Kachin.

Rubine wurden in der Vergangenheit in Thailand, Pailin und Samlout-Bezirk in Kambodscha, Burma, Indien, Afghanistan und in Pakistan abgebaut. In Sri Lanka wurden oft hellere Farbtöne von Rubinen (oft „rosa Saphire“ genannt) gefunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Rubinvorkommen in Tansania, Madagaskar, Vietnam, Nepal, Tadschikistan und Pakistan entdeckt.

Ein paar Rubine wurden auch in den US-Bundesstaaten Montana, North Carolina, South Carolina und Wyoming gefunden. Auf der Suche nach aluminiumhaltigem Schiefer in Wyoming stellte der Geologe Dan Hausel eine Verbindung von Vermiculit mit Rubin und Saphir her und entdeckte sechs bisher nicht dokumentierte Minen.

Vor kurzer Zeit wurden große Rubinvorkommen unter dem zurückweichenden Gletscher von Grönland gefunden.

Die Republik Mazedonien ist das einzige Land auf dem europäischen Festland mit natürlich vorkommenden Rubinen. Vor allem werden sie rund um die Stadt Prilep gefunden. Der Mazedonischer Rubin hat eine einzigartige Himbeer-Farbe.

Im Jahre 2002 wurden Rubine im Fluss Waseges in Kenia gefunden. Es gibt Berichte über ein großes Vorkommen von Rubinen im Jahr 2009, welche in Mosambik gefunden wurden, in Nanhumbir im Cabo Delgado im Bezirk Montepuez.[9]

Spinell, ein weiterer roter Edelstein, wird manchmal zusammen mit Rubinen im gleichen Edelstein-Kies oder -Marmor gefunden. Roter Spinell wird oft mangels Erfahrung mit Edelsteinen mit dem Rubin verwechselt. Allerdings können die feinsten roten Spinelle einen Wert von einem durchschnittlichen Rubin erreichen. Die Farbe von Rubinen variiert von Zinnoberrot bis Rot. Die meistgewünschte Farbe ist „Taubenblut“, die reines Rot mit einem Hauch von blau ist. Wenn die Farbe zu rosa ist, ist der Stein ein rosa Saphir. Das gleiche gilt, wenn er zu violett ist – dann wird er als violetter Saphir bezeichnet. Die besten Rubine und Sternrubine sind leuchtend rot. Die meisten Rubine stammen aus Burma und Thailand.

Rekorde und berühmte Rubine

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Das Smithsonian National Museum of Natural History in Washington D.C. bekam einen der weltweit größten und schönsten Rubin-Edelsteine​. Der 23,1 Karat (4,6 g) schwere burmesische Rubin, der in einen mit Diamanten besetzten Platin-Ring eingesetzt ist, wurde vom Geschäftsmann und Philanthropen Peter Buck in Erinnerung an seine verstorbene Frau Carmen Lúcia gespendet. Dieser Edelstein zeigt eine intensivrote Farbe mit einer außergewöhnlichen Transparenz. Die fein proportionierten Schliffe bewirken einen leuchtend roten Glanz. Der Stein wurde in der Mogok Region in Burma (heute Myanmar) in den 1930er Jahren abgebaut. [10]

Im Jahr 2007 bildete der Londoner Juwelier Garrard & Co auf deren Internetseite einen herzförmigen 40,63-Karat-Rubin ab.[11]

Am 13. und 14. Dezember 2011 wurde die komplette Schmuck-Kollektion von Elizabeth Taylor bei Christie’s versteigert. Mehrere Rubin-Setstücke waren im Verkauf vorhanden, vor allem ein Ring mit einem 8,24 Karat Edelstein, der den „Preis-pro-Karat“-Rekord für Rubine brach ($ 512.925 pro Karat, also insgesamt über $ 4,2 Mio.)[12], und eine Halskette[13], die sich für mehr als $ 3,7 Millionen verkaufte.

 

Saphire

Saphir (griechisch: σάπφειρος; sappheiros, „blauer Stein“, der wahrscheinlich in dieser Zeit den Lapislazuli bezeichnete) ist eine Edelstein-Art des Minerals Korund, ein Aluminiumoxid. Spuren von anderen Elementen wie Eisen, Titan, Chrom, Kupfer oder Magnesium können dem Korund die Farben blau, gelb, violett, orange oder eine grünliche Farbe geben. Chrom-Verunreinigungen im Korund führen zu einer rosa oder roten Farbe, wobei der letztere als Rubin bezeichnet wird.

Üblicherweise werden Saphire in Schmuck getragen. Saphire können natürlich gefunden werden, indem man bestimmte Sedimente durchsucht (aufgrund ihrer Resistenz gegen das Abtragen, verglichen zu weicheren Steinen) oder in Felsformationen. Sie können auch für industrielle oder dekorative Zwecke in großen Kristallkugeln hergestellt werden. Aufgrund der bemerkenswerten Härte von Saphiren, 9 auf der Mohs-Skala (und allgemein aus Aluminiumoxid), werden Saphire für einige nicht-dekorative Zwecke verwendet, einschließlich Infrarot-optische Komponenten, wie in wissenschaftlichen Instrumenten, Fenstern mit langer Lebensdauer, Armbanduhren-Glas und Bewegungslager.

Der Saphir ist einer der drei Edelstein-Sorten von Korund, wobei die beiden anderen als Rubin – ein Korund in einem Rotton  – und Padparadscha – eine rosa-orange Art definiert werden. Obwohl Blau die bekannteste Farbe ist, können Saphire auch farblos sein und werden in verschiedenen Farben gefunden, einschließlich Schattierungen von grau und schwarz.

Die Kosten der natürlichen Saphire variieren je nach Farbe, Klarheit, Größe, Schliff, und die allgemeine Qualität – sowie ihre geographische Herkunft. Wichtige Saphir-Vorkommen befinden sich in Ost-Australien, Thailand, Sri Lanka, China (Shandong), Madagaskar, Ostafrika und wenigen Orten Nordamerikas, vor allem in Montana.[14] Saphire und Rubine werden oft zusammen in der gleichen Gegend gefunden, aber ein Edelstein wird an den jeweiligen Stellen häufiger als der andere gefunden.[15]

 

Farben

Die Farbe bei Edelsteinen ​​gliedert sich in drei Komponente: Farbton, Sättigung und Schattierung. Der Farbton wird am häufigsten als die „Farbe“ des Edelsteins verstanden. Die Sättigung bezieht sich auf die Klarheit oder „Farbigkeit“ der Farbe und die Schattierung ist die Helligkeit zur Dunkelheit der Farbe. Rubine sind Korund, die Chrom-Verunreinigungen enthalten, die gelb-grünes Licht absorbieren und mit zunehmendem Gehalt eine stärkere rubinrote Farbe aufweisen. Lila Saphire enthalten Spuren von Vanadium und kommen in einer Vielzahl von Farbtönen vor. Korund, der ~0,01% Titan enthält, ist farblos. Wenn Spuren von Eisen vorhanden sind, kann auch eine sehr schwache gelbe bis grüne Farbe wahrgenommen werden. Wenn sowohl Titan- als auch Eisen-Verunreinigungen zusammen vorhanden sind, ist jedoch eine prächtige tiefblaue Farbe das Ergebnis.

Blauer Saphir

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b9/Geschliffener_blauer_Saphir.jpg

Den blauen Saphir gibt es in verschiedenen Mischungen seiner primären (blau) und sekundären Farben, verschiedene Tonwerte (Schattierungen) und in verschiedenen Stärken der Sättigung (Helligkeit).

Blaue Saphire werden auf der Grundlage der Reinheit ihres primären Farbtons bewertet. Lila, Violett und Grün sind die häufigsten sekundären Farbtöne bei blauen Saphiren.[16] Violett und Lila können zur gesamten Schönheit der Farbe beitragen, während Grün als deutlich negativ gilt. Blaue Saphire mit bis zu 15% violett oder lila werden allgemein als gute Qualität bezeichnet. Blaue Saphire mit egal wieviel grün als sekundären Farbton werden nicht als feine Qualität bezeichnet. Grau bestimmt die normale Sättigung oder Maske bei blauen Saphiren. Grau verringert die Sättigung oder Helligkeit des Farbtons und wirkt sich daher deutlich negativ aus.[16]

Die Farbe des feinen blauen Saphires kann als ein lebendiges mittleres dunkelviolett bis violett-blau beschrieben werden, wobei der primäre blauen Farbton mindestens 85% sein muss und der sekundären Farbton nicht mehr als 15% haben sollte, ohne die geringste Beimischung eines grünen sekundären Farbtons oder einer grauen Maske. Der 423-Karat (85 g) Logan-Saphir im National Museum of Natural History in Washington D.C. ist einer der größten facettierten blauen Saphire mit Edelstein-Qualität, der überhaupt existiert.

Rosa Saphire

Rosa Saphire haben ihren Farbton aufgrund der erhöhten Menge an Chrom. Je stärker die rosa Farbe ist, desto höher ist dessen Geldwert, so lange die Farbe in Richtung des roten Rubins geht. In den Vereinigten Staaten muss eine Mindest-Farbsättigung erreicht werden, damit er als Rubin bezeichnet werden kann, ansonsten wird der Stein als rosa Saphir bezeichnet.[17]

Saphire kommen auch in den Farben orange und braun vor. Gelbe und grüne Saphire werden auch häufig gefunden. Farblose Saphire werden manchmal als ein Diamant-Ersatz im Schmuck verwendet. Natürliche Padparadscha (rosafarbenes Orange) Saphire bekommen oft höhere Preise als viele der feinsten blauen Saphire. Kürzlich erschienen mehrere Saphire dieser Farbe auf dem Markt, aufgrund einer neuen künstlichen Behandlungsmethode, die „lattice diffusion“ genannt wird.[18]

Padparadscha

Padparadscha ist ein rosa-oranger Korund, mit einer niedrigen bis mittleren Sättigung und hellem Farbton, der ursprünglich in Sri Lanka abgebaut wurde, doch auch in Vorkommen in Vietnam und in Teilen Afrikas gefunden wurde. Padparadscha Saphire sind selten; der seltenste von allen ist die ganz natürliche Art, ohne jegliches Anzeichen einer künstlichen Behandlung.[19] Der Name wurde vom Sanskrit/Hinghalesischen „padma raga“ (padma=lotus; raga = Farbe) abgeleitet, da die Farbe ähnlich der einer Lotusblüte ist.

Sternsaphir

Ein Sternsaphir ist eine Art von Saphir, die eine sternenähnliche Besonderheit aufweist, die als Asterismus bekannt ist. Rote Steine ​​sind als „Sternrubine“ bekannt. Sternsaphire weisen überkreuzende nadelartige Einschlüsse auf, die nach der zugrundeliegenden Kristallstruktur das Aussehen eines sechs-fachen „Stern“-förmigen Musters annimmt, wenn er mit einer einzigen Lichtquelle angesehen wird. Die Einschlüsse sind oft das Mineral Rutil; ein Mineral, welches hauptsächlich aus Titandioxid zusammengesetzt ist.[20] Gelegentlich werden zwölf-fache Sterne gefunden und parallele Whisker-Einschlüsse können einen „Katzenaugen“-Effekt erzeugen.[21]

Es wird angenommen, dass „der schwarze Stern von Queensland“ (The Black Star of Queensland) mit seinen 733 Karat der größte Sternsaphir ist, der jemals abgebaut wurde. Der Stern von Indien (563,4 Karat) wird als zweitgrößter Sternsaphir angesehen. Der 182-Karat-Stern von Bombay, der sich im National Museum of Natural History in Washington D.C. befindet, ist ein Beispiel für einen blauen Sternsaphir. Der Wert eines Sternsaphirs hängt jedoch nicht nur vom Gewicht des Steins ab, sondern auch von der Farbsättigung, der Sichtbarkeit und Intensität des Asterismus.

Farbenwechselnder Saphir

Eine seltene Art eines natürlichen Saphirs, der als Farbenwechselnder Saphir bekannt ist, zeigt verschiedene Farben in unterschiedlichem Licht. Farbenwechselnde Saphire sind blau im Freien Licht und lila bei einem Glühlampenlicht der Innenbeleuchtung. Einige Steine ​​wechseln die Farbe gut und andere nur teilweise, sodass einige Steine ​​ blau bis blauviolett vorzeigen. Obwohl Farbenwechselnde Saphire aus vielen Orten kommen können, befindet sich das Hauptabbaugebite des Juwels in Tansania.

Bestimmte synthetische Farbenwechselnde „Saphire“ werden als „Labor“ oder „synthetische“ Alexandriten verkauft, die besser gesagt ein Alexandrit-Simulant (auch Alexandrium genannt) sind. Diese sind eine Art von Chrysoberyll, welches eine ganz andere Substanz ist, deren Pleochroismus anders ist und bei der der Farbwechsel viel stärker ausgeprägt ist als beim Korund (Saphir). Diese Steine ​​sind keine Saphire.

 

 

Smaragde

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Smaragde sind definitionsgemäß grün (der Name leitet sich von dem griechischen Wort „Smaragdus“ ab und bedeutet grün). Smaragde sind die grüne Art von Beryll, ein Mineral, das in vielen anderen Farben vorkommt, das manchmal auch als Edelstein verwendet wird, wie Aquamarinblau, Heliodor-gelb, Morganit-rosa und farbloser Goshenit.

Smaragd ist eine Art des Minerals Beryll (Be3Al2(SiO3)6) und durch Spuren von Chrom und manchmal auch Vanadium grün gefärbt[22]. Beryll hat eine Härte von 7,5 bis 8 auf der 10-Punkte-Skala von Mohs für mineralische Härte. Die meisten Smaragde haben eine Härte (Bruchfestigkeit), die allgemein als schlecht eingestuft wird.

Das Wort „Smaragd“ wird abgeleitet (vom Alt-Französisch: Esmeraude und Mittel-English: Emeraude), von Vulgärlatein: Esmaralda/Esmaraldus, eine Variante vom Latein Smaragdus, das wiederum einen griechischen Ursprung hat: σμάραγδος (smaragdos, „grünes Juwel“).

Smaragde, wie alle farbigen Edelsteine, werden mit vier grundlegenden Parametern – die vier Cs der Kennerschaft – bewertet: Color (Farbe), Cut (Schliff), Clarity (Klarheit) und Crystal (Kristall). Das letzte C, Kristall, ist einfach ein Synonym für Transparenz, oder was Gemmologen als Durchsichtigkeit bezeichnen. Vor dem 20. Jahrhundert verwendeten Juweliere den Begriff Wasser, wie in „ein Juwel des feinsten Wassers“[23], um die Kombination von zwei Qualitäten zum Ausdruck zu bringen: Farbe und Kristall. Normalerweise ist bei der Einstufung von farbigen Edelsteinen die Farbe mit Abstand das wichtigste Kriterium. Doch bei der Einstufung von Smaragden wird Kristall als gleich wichtig betrachtet. Beide sind notwendige Voraussetzungen. Ein feiner Smaragd muss nicht nur einen reinen grünen Farbton besitzen, wie unten beschrieben, sondern auch ein hohes Maß an Transparenz, um als Top Edelstein angesehen zu werden.[24]

In den 1960er Jahren änderte die amerikanische Schmuckindustrie die Definition von „Smaragd“, um den grünen Vanadium-gefärbten Beryll ebenfalls als Smaragd zu bezeichnen. Als Ergebnis werden Vanadium Smaragde als Smaragde in den Vereinigten Staaten gekauft, doch nicht als solche in Großbritannien und Europa anerkannt.[25]

Farben

Wissenschaftlich gesprochen, wird die Farbe in drei Komponenten unterteilt: Schattierung, Sättigung und Farbton. Smaragde kommen in den Farbtönen gelb-grün bis blau-grün vor, selbstverständlich mit dem primären notwendigen Farbton grün. Gelb und Blau sind die normalen sekundären Farbtöne, die bei Smaragde gefunden werden. Nur Edelsteine, die mittel- bis dunkel in der Schattierung sind, werden als Smaragde anerkannt; hell-schattierte Edelsteine ​​sind stattdessen unter dem Artnamen grüner Beryll bekannt. Die schönsten Smaragde sind etwa 75% schattiert auf einer Skala, in der 0%-Schattierung farblos und 100% undurchsichtig schwarz ist. Darüber hinaus sollte ein feiner Stein gut gesättigt im Farbton sein und der Farbton eines Smaragdes sollte hell sein (leuchtend). Grau ist der normale Modifikator oder Maske für die Sättigung beim Smaragd; ein gräulich-grüner Farbton ist ein dumpfer grüner Farbton.[24]

Klarheit

Der Smaragd neigt dazu,  zahlreiche Einschlüsse und Oberflächen-Fissuren zu haben. Anders als beim Diamanten, bei dem der Lupenstandard, dh. eine 10X Vergrößerung verwendet wird, um die Klarheit zu beurteilen, wird der Smaragd mit dem Auge benotet. Wenn ein Smaragd demnach keine sichtbaren Einschlüsse für das Auge hat (unter Annahme normaler Sehschärfe) gilt er als einwandfrei. Steine, die keine Oberflächen-Fissuren haben, sind extrem selten und daher werden fast alle Smaragde behandelt, „geölt“, um die scheinbare Klarheit zu verbessern. Augenreine Steine ​​mit einem leuchtend primären grünen Farbton (wie oben beschrieben), mit nicht mehr als 15% eines sekundären Farbtons oder eine Kombination (entweder blau oder gelb) einer mittel-dunklen Schattierung, erhalten die höchsten Preise.[24] Diese relative Kristall-Ungleichmäßigkeit bewirkt, dass Smaragde eher als andere Edelsteine ​​zu Cabochons geschliffen werden, anstatt in facettenreiche Formen.

 

Topas

Topas ist ein Silicatmineral aus Aluminium und Fluor. Topas kristallisiert im orthorhombischen System und seine Kristalle sind meist prismatisch, die durch pyramidale und anderen Flächen terminiert werden.

Farben und Sorten

Schmuckwiki_TopasReiner Topas ist farblos und transparent, doch er wird in der Regel durch Verunreinigungen verfärbt. Typische Topas sind weinrot, gelb, blassgrau, rötlich-orange oder blau-braun. Er kann auch weiß, grün, blau, rosa (selten), rötlich-gelb oder opak bis transparent/durchscheinend gemacht werden.

Oranger Topas, der auch als wertvoller Topas bekannt ist, ist der traditionelle Stein für die im November geborenen, gilt als Symbol der Freundschaft und als Edelstein des US-Bundesstaates Utah.[26]

Edeltopas ist gelb, rosa (selten, wenn er natürlich ist) oder rosa-orange. Brasilianischer Edeltopas kann oft einen leuchtend gelben bis tief goldbraunen Farbton aufweisen, manchmal sogar violett. Viele braune oder blasse Topase werden behandelt, damit sie eine hellgelbe, goldene, rosa oder violette Färbung bekommen. Einige Edeltopas-Steine ​​können bei einer Sonneneinstrahlung über einen längeren Zeitraum hin verblassen.[27]

Blauer Topas ist der Edelstein des US-Bundesstaates Texas. Natürliches Vorkommen von blauem Topas ist ziemlich selten. Normalerweise werden farblose, graue oder blass-gelbe und blaue Steine wärmebehandelt und bestrahlt, um das bevorzugte dunklere Blau zu erzeugen.[27]

Vorkommen

Topas wird häufig mit magmatischen Kieselsäure-Gesteinen des Granit- und Rhyolith-Typs in Verbindung gebracht. Er kristallisiert in der Regel in granitischen Pegmatiten oder in Dampf-Hohlräumen in Rhyolith-Lavaströmen, wie die des Topaz Mountain in West-Utah. Er kann mit Fluorit und Kassiterit in verschiedenen Gebieten vorkommen, einschließlich den Ural- und Ilmen-Gebirgen von Russland, in Afghanistan, Sri Lanka, in der Tschechischen Republik, Deutschland, Norwegen, Pakistan, Italien, Schweden, Japan, Brasilien, Mexiko, Flinders Island, Australien, Nigeria und den Vereinigten Staaten.

Einige klare Topas-Kristalle aus brasilianischen Pegmatiten erreichen die Größe eines Felsbrocken und kann Hunderte Pfund wiegen. Kristalle dieser Größe werden in Museumssammlungen ausgestellt. Der Topas von Aurangzeb, der von Jean Baptiste Tavernier gefunden wurde, hatte 157,75 Karat. Der amerikanische Goldene Topas, ein vor kurzem entdecktes Juwel, bringt enorme 22.892,5 Karat auf die Waage.

Farblose und hellblaue Sorten Topas wurden im Präkambrium-Granit in Mason County, Texas innerhalb des Llano Uplift gefunden. Es gibt keinen kommerziellen Abbau von Topas in diesem Bereich.[28]

 

Spinell

Spinell ist das Magnesium-Aluminium-Element der größeren Spinell-Gruppe von Mineralien. Balas-Rubin ist ein alter Name für eine rosarote Art. Spinell kristallisiert im isometrischen System; häufige Kristallformen sind Oktaeder, normalerweise in doppelter Ausführung. Er hat eine unvollkommene oktaedrische Spaltung und einen Muschelbruch. Seine Härte beträgt 8, seine spezifische Dichte ist 3,5 bis 4,1

Farben

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Spinelgem.JPGSpinell ist transparent bis opak mit einem glasartigen bis matten Glanz. Er kann auch farblos sein, doch üblicherweise weist er verschiedenen Schattierungen von rot, blau, grün, gelb, braun oder schwarz auf. Es gab auch einen einzigartigen natürlichen weißen Spinell, der verloren ging und nur kurz im heutigen Sri Lanka auftauchte. Einige Spinelle gehören zu den berühmtesten Edelsteinen: Unter ihnen ist der Black Prince-Rubin und der „Timur Ruby“ der britischen Kronjuwelen und die „Côte de Bretagne“, der einer der französischen Kronjuwelen war. Der Samarian-Spinell ist der größte bekannte Spinell der Welt, mit einem Gewicht von 500 Karat (100 g).

Die transparenten roten Spinelle wurden Spinell-Rubine oder Balasrubine genannt. Früher, noch vor der modernen Wissenschaft, waren Spinelle und Rubine nur als Rubine bekannt. Nach dem 18. Jahrhundert bezeichnete man nur die rote Edelsteinart des Minerals Korund als Rubin und man begann das Wort Spinell zu verwenden. „Balas“ kommt von Balascia, der alte Name für Badakhshan, einer Region in Zentralasien im oberen Tal des Kokcha-Flusses, einem der wichtigsten Nebenflüsse des Oxus-Flusses. Die Provinz Badakshan war über Jahrhunderte hinweg das wichtigste Abbaugebiet für rote und rosa Spinelle.

Vorkommen

Spinell wurde lange Zeit im Edelstein-Kiesabbau von Sri Lanka und in Kalksteinen der Provinz Badakshan im heutigen Afghanistan und in Mogok in Burma gefunden. Kürzlich wurden Spinelle der Edelsteinqualität auch im Marmor von Luc Yen (Vietnam), Mahenge und Matombo (Tansania), Tsavo (Kenia) und im Kiesabbau in Tunduru (Tansania) und Ilakaka (Madagaskar) gefunden. Spinell wird als metamorphes Mineral entdeckt und auch als primäres Mineral in seltenen mafischen Vulkaniten; in diesen Vulkaniten kommen die Magmen relativ selten in Alkalien im Vergleich zu Aluminium vor und Aluminiumoxid kann sich bilden, da das Mineral Korund wird oder sich mit Magnesiumoxid kombiniert, um Spinell zu bilden. Deshalb werden Spinelle und Rubine oft zusammen gefunden.

Spinell befindet sich üblicherweise im Peridotit im obersten Erdmantel, etwa zwischen 20 km bis 120 km, möglicherweise auch in geringeren Tiefen je nach Chromgehalt.[29] Bei deutlich geringeren Tiefen, oberhalb der Moho, ist kalziumhaltiges Plagioklas das stabilere aluminiumhaltige Mineral im Peridotit, während Granat im tieferen Erdmantel stabiler ist, unterhalb der Region der Spinell.

 

 Quellen

[1] http://www.color-wheel-pro.com/color-meaning.html
[2] Read, P. G. (2005). Gemmology. Butterworth-Heinemann. pp. 49–50. ISBN 0-7506-6449-5.
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Author: Lukas Steiner on 3. März 2013
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