Schmuck: Kopfschmuck

Kopfschmuck und Kopfbedeckungen haben eine lange Tradition. Oft sind sie mehr als nur ein Modeaccdessoire. Sie sagen etwas über Kultur, Religion und Status aus.

Geschichte

Kopfbedeckungen oder Kopfschmuck dienen einer Vielzahl von Zwecken:

– Schutz (gegen Stöße, Kälte, Hitze, Regen und andere Niederschläge, Blenden, Sonnenbrand, Sonnenstich, Staub, Schmutz, etc.)
– Um das Haar ordentlich oder zusammen zu halten
– Dekoration oder Mode
– Religiöse Zwecke
– Medizinische Zwecke
– Bescheidenheit; gesellschaftliche Bräuche
– Unterscheidung; ein Zeichen des Amtes

 

Hauben

Hauben, wie sie von Frauen und Mädchen getragen wurden, wurden im Freien getragen und unter dem Kinn befestigt. Oft hatten sie auch eine Art von Blende oder Visier. Einige Arten von Hauben hatten so große Blenden, dass die Frauen weder nach rechts noch links blicken konnten, ohne ihre Köpfe zu bewegen. Hauben für Männer und Jungen unterschieden sich in der Regel von den Hüten, indem sie weich und keine Krempe hatten –  dessen Verwendung ist nun selten (normalerweise nennt man sie Kappen, außer in Schottland, wo die „Bonnet“ sowohl im zivilen Leben als auch im Königlichen Regiment von Schottland üblich ist).

 

Kappen

Kappen sind in der Regel weich und haben oft keine Krempe oder einfach nur eine Blende (wie bei einer Schildkappe). Viele Jahrhunderte lang trugen Frauen eine Vielzahl von Kopfbedeckungen, die Kappen genannt wurden. Zum Beispiel gab es im 18. und 19. Jahrhundert eine Kappe, die eine Art Kopfbedeckung aus einem fadenscheinigen Gewebe wie Musselin gemacht wurde; man trug sie drinnen und verheiratete Frauen trugen sie unter einer Haube. Ein Ochipok ist Teil der traditionellen, ukrainischen Tracht.

 

Haar- und Portrait-Broschen

Haarbrosche

Haarbrosche aus dem 19. Jh.

Vom achtzehnten Jahrhundert bis durch die viktorianische Ära war es Mode, Haar und Porträtmalerei in einer Brosche zu integrieren. Dieser Brauch begann als Ausdruck der Trauer, der dann als Andenken an geliebte lebende Menschen erweitert wurde. Menschliches Haar wurde in der Brosche eingeschlossen, oder in ein Band geflochten und gewebt, auf dem dann Verschlüsse angebracht wurden.

Es war nicht ungewöhnlich, dass Miniatur-Broschen Porträts mit menschlichem gemahlenem Haar als Pigment enthielten. Beidseitig verwendbare Broschen zeigten ein Porträt auf der einen Seite und eine Haarlocke auf der anderen; die letztere Art konnte mit Halbedelsteinen gefertigt werden, die dann einem Blumenstrauß ähnelten.

 

Kronen

Einige Kopfbedeckungen, wie die Krone, das Diadem und die Tiara, haben sich in eine Art Schmuck weiterentwickelt. Dieser Kopfschmuck wird als ein Symbol des Adels oder königlichen Status getragen. Kokoshnik ist Teil der russischen traditionellen Kleidung und wird oft vom Adel getragen.[2]

 

Diadem

Diadem

Perlendiadem der bayerischen Königin, Schatzkammer München

Ein Diadem ist eine Art von Krone, und speziell ein dekoratives Stirnband von Monarchen aus dem Osten und anderen, die es wie ein Abzeichen der Königswürde trugen. Das Wort stammt aus dem Griechischen diádēma, „band“ oder „fillet“, von diadéō, „I bind round“, oder „I fasten“. [1]

Der Begriff bezieht sich ursprünglich auf das bestickte weiße Seidenband, das mit in einem Knoten endete und zwei gesäumte Bänder, die oft über die Schultern drapiert wurden, die den Kopf des Königs umrandeten, um seine Autorität zu betonen. Solche Bänder wurden auch verwendet, um siegreiche Athleten bei wichtigen Sportspielen in der Antike zu krönen. Es wurde später an einer Metallkrone angebracht, in der Regel in einer kreisförmigen oder „Filet“-Form. Zum Beispiel war die Krone der Könige aus dem angelsächsischem England ein Diadem, wie auch später die eines Barons (in einigen Ländern wurde sie durch drei Kugeln überragt). Die alten Kelten verwendeten eine dünne, halbovale Goldplatte als Diadem, die Mind (Alt-Irisch) genannt wurde.

Ein Diadem ist auch eine mit Steinen verzierte Form einer halben Krone, die von Frauen und über der Stirn (in diesem Sinne auch als Tiara bekannt) getragen wird. In einigen Gesellschaften kann ein Kranz um den Kopf getragen werden. Die alten Perser trugen eine hohe und aufrechte königliche Tiara, die mit einem Diadem umrandet wurde.

Weiters kann die Bezeichnung „Diadem“ für ein Emblem der königlichen Macht und Würde eingesetzt werden. Die Kopf-Insignien, die von römischen Kaisern aus der Zeit des Kaisers Diokletian getragen wurden, werden als ein Diadem in den ursprünglichen Quellen beschrieben. Es war auch dieses Objekt, dass der Foederatus General Odoacer Kaiser Zeno (der Kaiser des oströmischen Reiches) nach seiner Ausweisung durch den Thronräuber Romulus Augustus von Rom im Jahre 476 zurückbrachte.

In der Moderne werden Diademe oder Tiaras auch als Modeschmuck, vor allem auf Bällen und Abschlussfeiern, getragen.

 

Haarreif

Ein Filet oder Reif ist ein rundes Band, dass um den Kopf und über die Haare getragen wird. Aufwändige und teure Versionen davon entwickelten sich schließlich in Kronen. Doch Reifen können auch aus gewebten Bändern aus Stoff, Leder, Perlen oder Metall gefertigt sein. Reifen sind unisex und kamen besonders im archaischen bis zum Renaissance-Kleid vor.

Heute sind Haarreifen vor allem bei Mädchen und jungen Frauen wieder stark in Mode gekommen. Sie gelten als beliebtes Accessoire. Haarreifen gibt es mit unterschiedlichen Applikationen und in unterschiedlichen Farben.

 

Hüte

Hüte haben oft einen Rand rundherum und können entweder auf den Kopf platziert oder mit Hut-Nadeln festgesteckt werden (die durch den Hut und die Haare geschoben werden). Abhängig von der Art des Hutes können sie von Männern, Frauen oder von beiden Geschlechtern getragen werden.

Das Tragen von Hüten ist stark von aktuellen Modetrends abhängig. Je nach Saison sind bestimmte Hüte popülär und gehören dann zum gängigen Modeaccessoire.

 

Kapuzen

Moderne Kapuzen sind in der Regel weiche Kopfbedeckungen, die einen wesentlichen Teil eines größeren Kleidungsstückes darstellen, wie einen Umhang, Hemd oder Mantel.

Historisch waren Kapuzen entweder den modernen Kapuzen ähnlich oder sie waren eine separate Form von Kopfbedeckung. Im mittelalterlichen Europa wurden Kapuzen mit einem kurzen Umhang getragen, der Chaperone im Französischen, und waren sehr üblich. Später entwickelten sie sich in aufwendige und anpassungsfähige Hüte weiter. Die Kapuzen der Frauen variierten von eng anliegenden, weichen Kopfbedeckungen zu steifen, strukturierten Kapuzen (z.B. Giebelkapuzen, Hennins oder Französische Kapuzen) oder sehr große Abdeckungen, die die modische Frau über Perücken oder Frisuren trug, um sie vor den Elementen zu schützen (z.B. Kalesche).

 

Masken

Eine Maske wird über einen Teil oder dem gesamten Gesicht getragen, häufig um den Träger zu verschleiern, aber auch, um das Gesicht zu schützen. Masken werden oft zum Vergnügen getragen, um die Träger auf schicken Kostümparties, Maskenbällen und an Halloween zu verkleiden oder als Teil einer künstlerischen Darbietung. Sie können auch von Kriminellen getragen werden, um deren Erkennung zu verhindern oder um sie zu tarnen, während sie ein Verbrechen begehen. Masken, die den Träger physikalisch schützen, variieren im Design. So gibt es Schutzbügel über dem Gesicht wie beim Eishockey-Torhüter, Gesichts-Schutz, die die Luftzufuhr des Trägers kontrollieren oder reinigen sollten, wie bei Gasmasken.

 

Haarbedeckungen

Haarnetze werden verwendet, damit lose Haare keine Lebensmittel oder Arbeitsbereiche verunreinigen können. Ein Snood ist ein Netz oder Stoffbeutel, der auf der Rückseite des Kopfes einer Frau festgebunden oder –gesteckt wird, um die Haare zusammen zu halten. Schals werden verwendet, um gestylte Haare zu schützen oder es ordentlich zu halten. Duschhauben und Badekappen schützen das Haar vor Nässe oder damit es sich nicht während der Aktivität verwickelt.

 

Helme

Helme wurden entworfen, um den Kopf und manchmal auch den Hals vor Verletzungen zu schützen. Sie sind meist hart und bieten Schutz vor Schlägen. Helme werden häufig in der Schlacht getragen, auf Baustellen und bei vielen Kontakt-Sportarten (meist bei American Football).

 

Turban

Turbane sind Kopfbedeckungen, vor allem für Männer, die aus einem einzigen Stück Stoff sind und den Kopf in einer Vielzahl von Stilen umwickeln. Turban ist das bekannteste Wort der englischen Sprache für eine Vielzahl von Kopfbedeckungen und Kopfumwickelungen, die traditionell in vielen Teilen der Welt getragen werden.

Turbane sind eine beliebte Wahl für Frauen bei Chemotherapien, als eine Alternative zu Perücken, Hüten, Kopftüchern und Stirnbändern. Turbane für Frauen werden aus natürlichen Stoffen gemacht und sind bequem und funktionell. Die Broschüre über Brustkrebs-Vorsorge, Brustkrebs und Haarausfall schlägt folgendes vor: „Vielleicht möchten Sie einen weichen Hut oder Turban im Bett tragen, um lose Haare zu sammeln“.

 

Schleier und Kopfwickel

Ein Schleier ist ein Stück hauchdünner Stoff, der das gesamte oder nur einen Teil des Gesichtes bedeckt. Jahrhundertelang bedeckten Frauen ihre Haare, Hals, Ohren, Kinn und Teile des Gesichts mit Stoff. Jede Kultur erstellte aufwendige Kopfwickel für Frauen und Männer mit einem Schal, Kopfschal, Kopftuch oder Schleier. Sehr aufwändige Verschleierungspraktiken sind im Islam, Afrika und Osteuropa verbreitet. Frauen, die normalerweise ihren Kopf nicht bedecken, verwenden oft einen Schleier bei traditionellen Hochzeiten und Trauerfeiern.

 

Personalisierung

Die verschiedenen Kopfbedeckungen bzw. der Kopfschmuck sagt häufig viel über einen Menschen und seine Persönlchkeit aus. Auch die anderen Schmuckstücke können ganz besonders individuell und personalisiert sein. Hier gehts zum passenden Artikel.

 

Quellen

[1] διαδέω, Henry George Liddell, Robert Scott, A Greek-English Lexicon, on Perseus Digital Library
[2] http://www.breastcancercare.org.uk/search-results/*/changeTemplate/PublicationDisplay/publicationId/12/

 

 

Author: Lukas Steiner on 30. Mai 2013
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