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Die Hände sind für viele Menschen das Aushängeschild schlechthin: sind die Hände schön und gepflegt, ist der Eindruck gleich positiv. Auch sieht man, ob der Gegenüber bereits verheiratet oder verlobt ist und womöglich einen Ehering am Finger trägt. Deshalb sind auch modische Fingerringe und ein schlichtes oder ausgefallenes Nageldesign nicht nur bei Frauen ein beliebtes Schmuck-Accessoire.

 

Fingerringe

Ringe können aus nahezu jedem Material bestehen: Gold, Silber Titan, Metall, Kunststoff, elfenmetall, Holz, Knochen, Glas, Edelsteine, um nur einige zu nennen. Sie können mit einem Stein besetzt werden, der oft ein Edel- oder Halbedelstein ist, wie z.B. Diamant, Rubin, Saphir oder Smaragd, doch kann er auch aus fast jedem anderen Material sein.

Geschichte

Historische römische Ringe

Ringe sind seit jeher mehr als nur ein schickes Schmuck-Accessoire. Die Anfänge der Ringe reichen weit in die Geschichte zurück. Auf Grund ihrer Kreisform, stehen sie häufig für eine ewige Verbindung zweier Menschen, wie es zum Beispiel beim Ehering der Fall ist. Ein Ring symbolisiert immer etwas: sei es ein Eheversprechen (Verlobungsring), eine Verbundenheit (Freundschaftsring oder Paarring) oder auch einen Status und einen Rang (Siegelring). Jeder Ring hat dabei eine andere Bedeutung. Der Brauch des Austausches von Fingerringen entstand vor ungefähr 6000 Jahren. Es ist sehr schwer den genauen Verlauf dieses Brauchs zurückzuverfolgen.

Alter Naher Osten
Die hethitischen Zivilisation stellte Ringe und auch Siegelringe her, doch nur ein paar wurden davon entdeckt.[1] Das Alte Königreich Ägypten hatte eine Vielzahl von Fingerringen und ein paar Exemplare wurden gefunden, darunter auch das berühmte Skarabäus-Design. Ägyptische Ringe wurde im Reich der Mitte mit zunehmend komplexen Designs üblicher. Die verschiedenen ägyptischen Arten wurden von griechischen und römischen Arten während der ptolemäischen Dynastie ersetzt.[1]

Archaische und klassische griechische Ringe
Archaische griechische Ringe wurden bis zu einem gewissen Grad von ägyptischen Ringen beeinflusst, obwohl sie einfacher waren und offenbar nicht so sehr als Arbeits-Siegelringe verwendet wurden.[2] Ein Mangel an lokal-verfügbarem Gold führte dazu, dass die hergestellten Ringe in den östlichen Kolonien aus Silber und Bronze waren, während in Etrurien Gold verwendet wurde.[2]

In der Klassik verwendete man dann weniger Bronze und tendierte dazu, mehr Silber und Gold einzusetzen. Das typischste Design dieses Zeitraums war eine Rauteneinfassung mit einer Einkerbung. Im Laufe der Zeit wurde die Einfassung zu einer Kreisform.[3]

 

Verlobungsringe

Ein Verlobungsring ist vor allem in den westlichen Kulturen das Symbol dafür, dass die Person, die ihn trägt sich dazu verpflichtet hat, bald zu heiraten. In Großbritannien, Irland und Nordamerika werden Verlobungsringe traditionell nur von Frauen getragen und die Ringe werden oft mit einem Diamanten oder anderem Edelstein besetzt. In anderen Kulturen tragen Männer und Frauen passende Verlobungsringe. In manchen Kulturen werden die Verlobungsringe auch als Eheringe verwendet.

Normalerweise wird der Ring der Frau als Verlobungsgeschenk von einem Mann für seine künftige Ehepartnerin präsentiert, während er einen Heiratsantrag macht oder direkt nachdem sie seinen Heiratsantrag angenommen hat. Er stellt ein formelles Einvernehmen für eine zukünftige Ehe dar. In Nordamerika, Irland und Großbritannien wird er üblicherweise auf dem linken Ringfinger getragen, obwohl die Bräuche auf der ganzen Welt unterschiedlich sind.

Vor der Zustimmung zu heiraten, könnte ein Paar sich auch dazu entscheiden, Vor-Verlobungsringe zu kaufen und zu tragen, die man auch als Ringe des Versprechens bezeichnet. Nach der Heirat kann das Paar die Verlobungsringe oder auch nur die Eheringe tragen. Einige Bräute lassen ihre Verlobungs- und Eheringe nach der Heirat fest miteinander verschweissen.

 

Eheringe

Nach vollzogener Trauung werden traditionell die Eheringe überreicht. Sie lösen dann beim Tragen entweder die Verlobungsringe ab oder werden zusammen mit den Verlobungsringen in sogenannten „Ehering-Sets“ getragen.

Eheringe links oder rechts tragen?

Der vierte Finger oder Ringfinger auf der linken Hand wurde zum weltweit üblichsten Platz, um einen Ehering zu tragen, obwohl in einigen Ländern der Finger auf der rechten Hand getragen wird. Dieser Brauch wurde während des Zweiten Weltkriegs zur Norm. Die Verwendung des vierten Fingers an der linken Hand (dem „Ringfinger“) wird mit einem alten Glauben in Verbindung gebracht, der besagt, dass der vierte Finger auf der linken Hand durch eine Vene direkt mit dem Herzen verbunden ist: die Vena Amoris oder Liebesvene. Dieser Glaube wurde im 16. und 17. Jahrhundert in England bekannt, als Henry Swinburne in seinem Buch über die Ehe darauf verwies. Er geht sogar bis zum alten Rom zurück, als Aulus Gellius Appianus mit den Worten zitierte, der sagte, dass die alten Ägypter einen feinen Nerv gefunden hätten, der genau diesen Finger mit dem Herzen verbindet.

 

Weiter zum Artikel Eheringe.

 

Stimmungsringe

Stimmungsring

Ein Stimmungsring ist ein Ring, der ein thermochromes Element enthält, wie ein Flüssigkristall. Der Ring ändert seine Farbe in Reaktion auf die Körpertemperatur des Trägers. Man sagt, dass die Farbe den emotionalen Zustand des Trägers anzeigt.

Geschichte

Der Stimmungsring wurde im Jahre 1975 von zwei New Yorker Erfindern namens Josh Reynolds und Maris Ambats hergestellt, die Flüssigkristalle mit Quarzsteinen verbanden und ​​in Ringe einsetzten. Zunächst wurden „Silber-Fassungen“ bei Bonwit Teller im Einzelhandel für $ 45 und $ 250 für Goldfassungen verkauft und sehr schnell wurden sie in den 1970er Jahren zu einer Modeerscheinung.

Funktion

Ein Stimmungsring ist ein spezialisiertes Flüssigkeitskristallthermometer, welches am Finger tragbar ist. Der Ring wird in der Regel mit einem Edelstein-Imitat (meist aus Quarz oder Glas) verziert, der entweder eine klare Kapsel gefüllt mit thermochromischen Flüssigkristallen ist oder über eine dünne Flüssigkristall-Schicht unterhalb verfügt. Die Änderungen in der Temperatur verursachen, dass der Kristall unterschiedliche Wellenlängen von Licht reflektiert, die die Farbe des Steins ändern. Der Flüssigkristall in Stimmungsringen hat in der Regel eine „neutrale“ Farbe bei der durchschnittlichen menschlichen Hauttemperatur, die etwa 37°C beträgt.

Die Theorie hinter der Idee, dass der Ring die Stimmung des Trägers zeigt, basiert auf einer Behauptung, dass die Körperwärme den emotionalen Zustand des Trägers widerspiegelt. Die Temperaturen des menschlichen Körpers sind bekannt dafür, dass sie nur sehr leicht während des Zirkadianen und Menstruationszyklus schwanken (weniger als 0,5 ° C) und auch wenn der Körper eine Infektion bekämpft. Die Variationen in der Umgebungslufttemperatur scheinen eine größere Wirkung auf die Temperatur des Ringes zu haben, als die Schwankungen der Körpertemperatur des Trägers. Keine direkte Übereinstimmung zwischen einer bestimmten Stimmung und einer bestimmten Farbe konnte jemals belegt werden.

Stimmungsringe waren eine kurzlebige Modeerscheinung Mitte der 1970er Jahre (wie der „pet rock“) und waren besonders beliebt bei jungen Mädchen. In einem Comic der Peanuts des Jahres 1976 wird Peppermint Patty so wütend auf Charlie Brown, dass ihr Stimmungsring explodiert.

 

Giftringe

Ein Giftring (oder auch Pillenring) ist ein Ringtyp mit einem Behälter unter der Lünette oder in der Innenseite der Blende selbst, die verwendet wurden, um Gift oder andere Substanzen aufzubewahren. Sie wurden in Europa während des sechzehnten Jahrhunderts populär. Der Giftring wurde entweder verwendet, um Gift in das Essen oder Getränk des Feindes zu geben oder um den Selbstmord des Trägers zu erleichtern, um der Gefangennahme oder Folter zu entgehen.

Ringe wie diese wurden im Laufe der Geschichte verwendet, um Parfüm, Haarlocken, religiöse Reliquien, Nachrichten und andere Andenken aufzubewahren, darum wurden sie auch unter anderen Namen bekannt. Künstler malten winzige Porträts von geliebten Menschen darin und so wurden sie „Medaillon-Ring“ genannt, die während der Renaissance beliebt waren. Im 17. Jahrhundert erschufen Juweliere Medaillon-Ringe in der Form von Särgen, die als Andenken für Trauernde dienten. Diese wurden als „Beerdigungs-Ringe“ bezeichnet.

Der Ursprung von Giftringen liegt, Marcy Waldie nach, im Fernen Osten und in Indien. Sie schrieb im Oktober 2001 einen Artikel über Giftringe, mit dem Titel „Ein Ring zum Sterben: Giftringe beinhalten Geheimnisse aus Jahrhunderten“ für das Magazin Antiques & Collecting. Es ersetzte den Brauch des Tragens von Andenken und anderen Gegenständen in Beuteln um den Hals. Das Tragen von Behälter-Ringen war so praktisch, dass es sich auf andere Teil Asiens, dem Nahen Osten und dem Mittelmeerraum verbreitete, bevor es im Mittelalter in Westeuropa ankam. Bis dahin waren die Ringe Teil des „heiligen Reliquie-Handels“.

 

Siegelringe

Siegelring

Das Tragen von Siegelringen (aus dem Lateinischen „signum“, was Zeichen bedeuten) geht bis ins alte Ägypten zurück; die unverwechselbare persönliche Unterschrift war in der Antike noch nicht entwickelt und die meisten Dokumente benötigten ein Siegel. Die Tradition setzte sich fort, besonders unter den Armigerous Clans, in Europa und einigen anderen Kulturen.

Siegelringe, welche der Tradition nach ein Wappen abbilden, werden durch Tiefdruckgraviermuster entweder aus Metall oder gravierten Edelsteinen ​​(in der Regel Halbedelsteinen) hergestellt. Der Achat ist hierfür ein häufig verwendetes Material, insbesondere Karneol oder gebänderter Achat wie Sardonyx; der Ring gibt das Gegenabbild zum Boden. Die meisten klassisch-gravierten Edelsteine ​​wurden ursprünglich als Siegelringe getragen. Metall-Siegelringe können auch gegossen werden, was billiger ist, aber ein schwächeres Material ergibt.

Weil er verwendet wird, um die Autorität seines Trägers zu bezeugen, wurde der Ring auch als Symbol der Macht, was eine Erklärung für die Aufnahme in den Insignien von bestimmten Monarchien ist. Nach dem Tod eines Papstes ist die Zerstörung seines Siegelrings eine vorgeschriebene Handlung, um den Weg für die sede vacante frei zu machen, für die anschließende Wahl eines neuen Papstes.

Siegelringe werden auch als Souvenir oder Mitgliedschafts-Merkmal verwendet, z.B. Klassenringe (in der Regel tragen sie ein Wappen oder das Wappen der Schule), als Alternative zu einem Ring mit einem Stein. Man kann auch seine eigenen Initialen als Zeichen des persönlichen Status eingravieren lassen.

Das Tragen von Siegelringen nahm zusammen mit der europäischen Aristokratie ab. Adelsfamilien jedoch konnten die lange Traditionen des Siegelring-Tragens für Jahrhunderte aufrechterhalten. Mindestens seit dem 16. Jahrhundert gibt es auch Pseudo-Siegelringe, wo die Gravur nicht umgekehrt wird.

 

Verschlungene Ringe

Verschlungener Ring

Ein verschlungener Ring oder Gimmel-Ring ist ein Ring mit zwei oder drei Ringen oder Verbindungen, die zusammen passen und so einen vollständigen Ring bilden. Der Name Gimmel kommt aus dem Lateinischen gemellus, Zwilling, durch das Alt-Französische.

Im 16. und 17. Jahrhundert waren solche Ringe in England, Deutschland und anderen Ländern in Mode und wurden oft als Verlobungsringe verwendet. Die Verlobten trugen jeweils einen Ring und fügten diese dann als einen Ehering wieder zusammen. Mit Dreifach-verbundenen Ringen konnte eine dritte Person Zeuge des Gelübdes des Paares sein und diesen dritten Teil des Rings bis zur Ehe aufbewahren.

Ein früher Gimmel-Ring bestand aus zwei ineinandergreifenden Ringen, um einen einzigen Ring zu bilden. Solch ein Ring kann im Victoria und Albert Museum gefunden werden, der aus dem Jahre 1350 stammt. Henry III. von England traf den Grafen von Gynes im Jahre 1202 und gab ihm einen Gimmel-Ring mit einem Rubin und zwei Smaragden. Martin Luther heiratete Catherine Bora im Jahre 1525 mit einem Gimmel-Ring mit der Inschrift „Wen Gott zusammengeführt hat, soll der Mensch nicht scheiden“.

Um 1600 begannen Gimmel-Ringe manchmal die gefalteten Hände des Fede-Rings und ein drittes Symbol, wie ein Herz, zu übernehmen und ab und zu kamen diese auf einen dritten Schaft. Entwürfe mit gefalteten Händen und manchmal einem Herz waren noch nach der Renaissance beliebt. Eine ähnliche Metaphorik kann auch bei anderen Liebes-Ringen, einschließlich Claddagh-Ringen, gefunden werden.

Unter der Benjamin-Zucker-Sammlung im Walters-Museum in Baltimore befinden sich zwei aufwendige Gimmel-Ringe, bei denen kleine versteckte emaillierte plastische Details nur sichtbar werden, wenn die Ringe getrennt werden. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurden Ringe mit 5 oder mehreren Schäften hergestellt, die manchmal auf der Rückseite durch ein Gelenk verbunden wurden, so dass sie sich wie einen Fächer öffnen liessen.

Gelenk-Ring war ein Name, der im elisabethanischen England verwendet wurde. Es gibt mehrere Verweise auf Gimmel-Ringe in Dramen von Shakespeare, darunter wird auch ein Gelenk-Ring in Othello erwähnt. Das Gedicht von Robert Herrick „The Jimmall Ring“ oder Knoten der wahren Liebe (1648) basiert auf einem Gimmel-(jimmall) Ring.

 

Personalisierung

Die Personalisierung spielt bei den Fingerringen häufig eine wichtige Rolle und hat für den Träger eine große Bedeutung. Siegelringe sind je nach Familie oder Gruppierung einzigartig und mit dem persönlichen Siegel bzw. Wappen gekennzeichnet.

Weiter ist es bei Eheringen und Verlobungsringen enorm wichtig, Ringe zu wählen, die der Persönlichkeit und der Beziehung des Paares entsprechen. Es gibt unterscheidliche Möglichkeiten, seine Ringe zu personalisieren. Hier geht es zum passenden Artikel.

 

Quellen

[1] Taylor, Gerald; Scarisbrick, Diana (1978). Finger Rings From Ancient Egypt to the Present Day. Ashmolean Museum. p. 31. ISBN 0-900090-54-5.
[2] Taylor, Gerald; Scarisbrick, Diana (1978). Finger Rings From Ancient Egypt to the Present Day. Ashmolean Museum. p. 33. ISBN 0-900090-54-5.
[3] Taylor, Gerald; Scarisbrick, Diana (1978). Finger Rings From Ancient Egypt to the Present Day. Ashmolean Museum. p. 34. ISBN 0-900090-54-5.

 

 

Author: Lukas Steiner on 23. Juni 2013
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